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10Jan

Wirtschafts- und Eurokrise aus der Sicht eines Fachmannes

Der Bankbetriebswirt Stefan Pätzold ging am
08.01.2013 um 20.00 Uhr  in der Alten Post in Drensteinfurt
auf Einladung der Grünen Drensteinfurt, des NABU und des Biolandverbandes Münsterland
Fragen zu unserem Geldsystem und der Zukunft des Euros nach:

  • Sind Griechenland, Portugal, Italien oder Irland bald pleite?
  • Wie steht es um Deutschland?
  • Was passiert dann mit unserem Geldsystem?
    Erleben wir einen totalen Crash oder nur eine vorrübergehende Krise?
  • Was treibt unser ökonomisches System an?
    Was wird auf den großen Finanzmärkten passieren?
  • Was bedeutet das für uns und unser Umfeld? Wie reagieren wir jetzt?

Zu Beginn machte er in einem kleinen Gedankenspiel, um die ungeheure Bedeutung von Zins und Zinseszins für unsere Wachstumsgesellschaft zu verdeutlichen. Hätten wir bei Christi Geburt einen Eurocent angelegt, und würde dieses Guthaben mit 1% verzinst, wo hätten wir im Jahr 2013 ein Endguthaben von 5 Millionen Euro! Bei einer besseren Verzinsung von 4% hätten wir den Gegenwert von über 800 Erdkugeln aus reinem Gold (1.250 €/Feinunze = ~ 40.000 €/kg)!

Das mag den Effekt ahnen lassen, der eintritt wenn Länder zur weiteren Geldaufnahme über 10% Zinsen anbieten müssen. Im Oktober 2012 betrug die Rendite für zehnjährige Griechische Staatsandanleihen 16,8 Prozent! Ohne irgendwelche Schutzschirme stehen sie den Geldmärkten und ihren Kräften schutzlos gegenüber, und sind der Pleite ausgeliefert.

Stefan Pätzold machte klar, dass wo immer Menschen oder größere Verbände ein Guthaben besitzen, steht diesem Guthaben ein Soll, also eine Verschuldung von Einzelnen oder in der Regel von Staaten gegenüber. So ist die Staatsverschuldung auch eine Folge. So war bereits im September 2012 in den Nachrichten die Aussage des Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise zu vernehmen, dass das globale Geldvermögen privater insgesamt bereits 103,3 Billionen Euro betrug. Diesem haben steht ein Soll in gleicher Höhe gegenüber.

Es ist anzunehmen, dass das angestrebte Wachstum diese Summen vergrößern wird. Selbst ein staatliches Eingreifen habe nur limitierte Auswirkungen. Dauerhaft würde dieses weltweite Vermögen sich nur durch Kriege oder durch Inflation langsam wieder auf ein gesundes Mass reduzieren.
Bedenklich mag hier die Tatsache stimmen, dass vergleichbar mit der Wirschaftskrise 1929 in den USA 25% aller Besitzungen nur einem Prozent der Bevölkerung gehören. Die 1929er Wirtschaftskrise war ein ganz wesentlicher Schritt des gesellschaftlichen Abgrundes, der in den 2. Weltkrieg führte.
Entscheidende politische Ratschläge konnte Herr Pätzhold leider nicht geben. Er riet den Privatleuten, mit Kreditaufnahmen äußerste Vorsicht walten zu lassen, da sie ansonsten in den Spiralstrudel zur Insolvenz geraten könnten.

Das nächste Treffen dieser Serie der Grünen Drensteinfurt, des NABU und des Biolandverbandes Münsterland ist am 19. Februar um 19:30 Uhr in der NABU-Naturschutzstation Münsterland, Haus Heidhorn, Westfalenstr. 490, 48165 Münster zum Thema
City Farming – Landwirtschaft in den Städten.

Verfasst am 10.01.2013 um 8:23 Uhr von .
Bislang
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