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Allgemein & Bündnis 90/Die Grünen Ortsverband Ascheberg » Richtigstellung zum Artikel „Beckmann sieht Gefahr von Erdbeben“ (WN, 03-07-2015)
09Jul

Richtigstellung zum Artikel „Beckmann sieht Gefahr von Erdbeben“ (WN, 03-07-2015)

In besagtem Artikel wiegelte der Sprecher der HammGas GmbH, Herr Matthias Reulecke, den von Beckmann aus der US-Amerikanischen Studie abgeleiteten Zusammenhang zwischen Gasbohrungen mit Wassereinleitung und zunehmender Erdbebengefahr als unbegründet ab. Herr Reulecke führte seinerseits eine Studie an, auf die sich Beckmann seiner Ansicht nach bezogen habe, mit der sich konventionelle Bohrungen wie in Herbern nicht vergleichen ließen, und die von für die vorgesehene Probebohrung nicht relevanten Vorraussetzungen ausginge.

Allerdings handelt es sich aber nicht, wie er irrtümlich anführt, um die von Herrn Beckmann für seine Aussagen zugrunde gelegte Studie des Science-Journals. Beckmann zitierte vielmehr eine Metastudie, deren Aussage auf den Auswirkungen von Erdgasbohrungen für einen Zeitraum von 40 Jahren aufbaut, und die in insgesamt 18.757 Fällen Erdbeben mit regionalen Bohrungen assoziieren konnte. Bei jeder zehnten Bohrung traten im Untersuchungszeitraum Erdbeben auf.
zitierter Artikel:
M. Weingarten, S. Ge, J. W. Godt, B. A. Bekins, J. L. Rubinstein. 2015. High-rate injection is associated with the increase in U.S. mid-continent seismicity. Science 348 (6241): 1336-1340
[URL: https://scits.stanford.edu/sites/default/files/weingarten_science.pdf, 20th June 2015]

Es können auch weiterhin noch Erdbeben auftreten, da geologische Verwerfungen unter Umständen erst längerfristig aktiv werden. Genau dies zeigt ja auch die ARD Europamagazin-Reportage „Erst strömte das Gas, jetzt bebt die Erde“ vom 01.03.2015, die über die Auswirkungen der Gasbohrungen im Niederländischen Groningen berichtete. Und die Geologie im Niederländischen Groningen ist der hiesigen wohl nicht so unähnlich.

Leider wissen wir nicht, welche Studie Herr Reulecke für seine Aussagen zitierte. Die unsrige, die eine Verbindung von Gasbohrungen und Erdbebengefährdungen aufzeigte, war es auf jeden Fall nicht. Dabei hatten wir die Quelle doch korrekt angegeben.

Hat sich Herr Reulecke hier etwa geirrt?

Wir hoffen inständig, dass Professionalität und Seriötität der Verantwortlichen von HammGas besser aufgestellt sind, als der hier präsentierte Umgang mit der Information der Öffentlichkeit vermuten lassen mag. Alles andere würde die Glaubwürdigkeit von HammGas in Frage stellen und die öffentliche Sicherheit gefährden.

Wir, B’90-Grüne OV Ascheberg schlagen Ihnen daher vor:
Lassen Sie die Finger von den Gasbohrungen! Die Angelegenheit ist viel zu Ernst, um sich bereits im Umgang mit der Öffentlichkeit eine fehlende Professionalität erlauben zu können.

Verfasst am 09.07.2015 um 9:31 Uhr von .
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