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17Sep

Landwirtschaft braucht einen Systemwechsel

Der Landwirtschaft mit ihren einzelnen Bauern geht es nicht gut.
… und das obwohl sie der ökonomischen Botschaft des Wachsens treu gefolgt sind. Nie war das Mittel der Betriebe in Deutschland so groß wie heute.
Selten ging es der Landwirtschaft wirtschaftlich so schlecht.
… ist dies jetzt das Ende des betriebswirtschaftlichen Mottos
„Wachse oder Weiche“.
(praktizierter Sozialdarwinismus live )

Bietet denn der ökologische Landbau hier eine nachhaltige Lösung an?

Wenn wir die Bauern des organischen Landbaus befragen, stellen wir fest:
auch ihre Betriebe sind in den letzten 20 Jahren größer geworden!

Daher unsere Visionen einer anderen Landwirtschaft:

  1. Die Landwirtschaft muss demokratischer werden
  2. Die Landwirtschaft muss vielfältig werden
  3. Die Landwirtschaft muss wieder der Allgemeinheit dienen
  4. Landwirtschaft muss den Klimawandel einbremsen und für sauberes Grundwasser sorgen

Motto 1:
Die Landwirtschaft muss demokratischer werden

Auch für den okologischen Landbau gilt irgendwo das Motto „Wachse oder Weiche“.
Frag mal die anwesenden Biobauern, wie groß ihre Betriebe vor 20 Jahren waren, und wie groß sie heute sind.
Im Mittel wirst Du ein signifikantes Wachstum feststellen.
Jetzt werde ich niemanden zitieren (Marx, Böll, etcpp., um die Demokratie-Defizite dieses „Wachse oder Weiche“-Mottos aufzuzeigen. Mit Transparenz hat das nichts zu tun, wie die gelegentlich aufgedeckten Betrügereien zeigen.

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Motto 2:
Die Landwirtschaft muss vielfältig werden

Die Landwirtschaft rennt auch im Biologischen Landbau in die Sackgasse der Spezialisierung:
Milchviehbetriebe, Legehennen, Schweine, Saatgut, …
Den Landwirtschaftlichen Allrounder gibt es nicht mehr. Der Verbraucher benötigt die (ökologischen) Produkte einer Vielzahl von Betrieben um sich ernähren zu können.
Das hat sich in den letzten 30 Jahren auch bei den Biobetrieben verändert. Folge des ökonomischen Drucks mit dem Motto „Wachse oder Weiche“.
Heutige Agrarflächen erfüllen (auch im Biolandbau) gemäß verschiedener ökologischer Gesichtspunkte Wüstenstandards, sind also als Agrarwüsten zu klassifizieren:
-hydrologisch: ablaufende limnologische Systeme;
-botanisch: anuelle Vegetation;
-pedologisch: Uniformität (i.e. Abwesenheit) der Bodenhorizonte, geringste Wurzelmassegehalte (<5%), niedrige Bodenfruchtbarkeit bedingt durch geringe Dauerhumusgehalte;
-zoologisch: geringste Artenvielfalt, Vegetation ohne Biotopfunktionalität.

 

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Motto 3:
Die Landwirtschaft muss wieder der Allgemeinheit, also der Zukunft dienen!

Landwirtschaft hat auch im Biologischen Anbau durch die Vergrößerung der Schläge und die Konzentration auf die Nährstoffversorgung der Anbaukulturen mit einhergehender Ertragssteigerung zum Rückgang der Artenvielfalt beigetragen – natürlich nicht so stark wie die konventionelle Landwirtschaft, aber ebenfalls in einem Maße, der typisch für das Anthropozän ist, also über kurz oder lang die Schwellen-begrenzte Nachhaltigkeit unserer evolutionär entwickelten Umwelt verlässt.
Und:
Fragmentation der Agrarlandschaft verhindert Migration und forciert dadurch das vom Klimawandel bedingte Artensterben (Thuiller et al.). Klimawandel wird weltweit zum bedeutendsten Trigger des Artenstebens.
Biologische Vielfalt ist das höchste Gut dieses Planeten (siehe Schöpfungsgeschichte -;).
Nur als Folge dieser Vielfalt entstand der Mensch, nur in dieser Vielfalt überlebt er!
Landwirtschaft hat auch im Biologischen Anbau durch die Vergrößerung der Schläge und die Konzentration auf die Nährstoffversorgung der Anbaukulturen mit einhergehender Ertragssteigerung zum Rückgang der Artenvielfalt beigetragen – natürlich nicht so stark wie die konventionelle Landwirtschaft, aber ebenfalls in einem Maße, der typisch für das Anthropozän ist, also über kurz oder lang die Schwellen-begrenzte Nachhaltigkeit unserer evolutionär entwickelten Umwelt verlässt.
Ein erster Ansatz ist die Agroforst-Landwirtschaft. Ein Beispiel: http://www.oekoregion-kaindorf.at/index.php/arbeitsgruppen/ag-landwirtschaft/agroforstsystem/agroforst
Aber auch und vor allem sind dies die Permakulturen (nach Mollison und Holmgren), die der Vielfalt Raum geben können (zB http://www.permakultur-mutter-erde.de/)

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Motto 4:
Landwirtschaft muss den Klimawandel einbremsen und für sauberes Grundwasser sorgen

Mein Lieblingsthema …. sin comments!

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Lösungsansätze
langsam aber zügig über bei verteilte Versuche in die Agrarumwelt einpassen.
Die soziale, ökologische und ökonomische Umwelt wird die Versuchsansätze evaluieren.

  1. Humuslandwirtschaft
  2. Community supported agriculture (Solidarische Landwirtschaft) und Social Farming
  3. Urban Farming
  4. Social herding

Diesen Lösungsansätzen gemein ist, dass sie

-einen verhältnismäßig geringen Anteil an fossiler Energie benötigen
-regionale Ansätze der Lebensmittelversorgung darstellen
-geschlossene, kleinräumige Kreisläufe fördern
-das Bodenleben positiv beeinflussen
-den Boden von Umweltgiften reinigen
-das Klimagas CO2 binden
-den Kontakt Landwirtschaft-Bevölkerung wiederbeleben.

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1.
Humuslandwirtschaft
ist in der Ökoregion Kaindorf zum Erfolgsmodell geworden.
Humuslandwirtschaft
-bindet CO2 [2013 hätte 1 % mehr Dauerhumus auf allen BRD-Ackerflächen den kompletten jährlichen CO2-Ausstoss der BRD gebunden],
-gibt dem Böden eine größere Resilence gegen Extremklimaereignisse [Schwammfunktionalität eines garen Bodens],
-macht den Boden leichter, also energieschonender bearbeitbar macht,
-bindet Schwermetalle und sorgt für sauberes Grundwasser.

Letzteres hat in Österreich die Humuslandwirtschaft bis in das Interesse der höchsten Regierungskreise geführt. Es bleibt zu hoffen, dass van der Bellen die Wahlen gewinnt.

2.
Community supported agriculture
bindet den Konsumenten mit in die Landwirtschaft ein. Sie können Aktien vom Hof kaufen sowie selber aktiv werden.
Solidarische Landwirtschaft ist die Demokratisierung der Landwirtschaft und bringt ökonomisch schwachen Betrieben neues Kapital, da solidarische Bürger Anteile an der Produktion einkaufen (vergleichbar mit Aktien).
Siehe
https://gemuesefreuden.wordpress.com/
http://www.entrup119.de/gaertnerhof/csa.php
Social Farming bildet ein weiterer Ansatz dieses Weges. (siehe Soziale Landwirtschaft – soziale Leistungen multifunktionaler Höfe – http://www.sofar-d.de/)

3.
Urban Farming
Nicht nur Hr. Schrebers Schrebergärten gehören dazu. Havanna versorgte sich größtenteils selber und Vancouver arbeitet an einer Selbstversorgung mit Lebensmitteln (Sole Food Street Farm), in Berlin steht es in den Anfängen, …..
.

4.
Social herding
Das  Projekt TRUNPA (Transhumant Rangeland Use and Networking of Protected Areas) hatte zum Ziel Wanderschafhaltung.
Schafe als Samentaxi brechen die Fragmentation der Landschaften und ermöglichen der Vegation besonders schnell Klimawandel-angepasst zu migrieren.
http://www.trunpa.eu/plakat.pdf
Ein weiterer diesbezüglicher Lösungsansatz liegt unter
http://trunpa.eu/korridore.pps (eine Präsentation zu sehr realem Ansatz)
Lärmschutzwälle entlang von Verkehrswegen brechen die Fragmentation und schützen Menschen vor gesundheitsschädlichem Lärm.
Social hering
Wanderschafhaltung ist
-Basis für naturnahen Wandertourismus (Hirten begleiten, siehe Andalusien)
-Therapie für kriminelle Judendliche; Markus Steffen  (Veldenz a. d. Mosel): Wanderschäferei mit therapeutischer Zielsetzung, Titel: „Menschen, Schafe, Landschaften“ Soziales Lernen und emotionale Entwicklung in der Wanderschäferei
-Arbeit mit Schulen
-Behindertenarbeit
-alte Menschen in der Schäferei
-etc.pp.

Verfasst am 17.09.2016 um 8:28 Uhr von .
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