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06Dez

Klimaschutzkonzept für Ascheberg?

Im integrierten Klimaschutzkonzept (KSK) Aschebergs finden sich gute Ansätze. Der weitere Ausbau der Solarenergie, eine Sanierungsberatung der Heizungen, eine beginnende lokale Kommunikation und Beratung zu diesem Thema sind einige der Maßnahmen, die dazu beitragen werden, das lokale Klimaziel zu erreichen.

Aber B’90-Grüne OV Ascheberg sieht gleichfalls entscheidende Defizite.

Wenn wir nicht ALLE radikal aktiv werden, wird der Klimawandel die Menschheit fressen oder verbrennen, wie Prof. Hans Joachim Schellnhuber in mutmaßt (Schellnhuber: Selbstverbrennung, Bertelsmann 2015).

Warum sind die CO2 Emissionen der Ascheberger in 2013 mit 4,48 Tonnen so niedrig angesetzt (siehe S.10)?
2013 wurden in Ascheberg mehr als 15 ha Weide in Ackerland verwandelt.
Allein dieser Eingriff in die Natur erhöht, konservativen Abschätzungen folgend, die CO2-Produktion je Ascheberger Mitbürger um fast 50% auf 6,5 Tonnen.

Auch vergisst das KSK die Kinder und Kindergärten fast ganz (S. 133 f).
Sie sind doch wesentlicher Multiplikator für eine klimabewusstere Welt.
Nur „Grüne Meilen für das Weltklima“ für Kindergärten und „Walking Bus“ für Grundschulen vorzuschlagen, ist zu wenig.
Einmal jährlich sollten Schulen, Träger von Kitas und Jugendverbände zu einem Gesprächskreis bzgl. klimarelevanter Themen und Aktionen eingeladen werden“, suggeriert Hilflosigkeit.
Einmal ist keinmal!
Herr Bürgermeister, bitte werden Sie hier aktiv.
Danke!

Nun zu Aschebergs zentralem Wirtschaftszweig, der Landwirtschaft:

Der Ausbau der bestehenden Biogasanlage bzw. der Bau einer weiteren Biogasanlage wird als Option weiter beobachtet“ (S. 96 f)
Biogasanlagen geht ja gar nicht:
Sie fördern subventionsgestützt Maissenken innerhalb Europas, was heißt Großteile der weltweiten Maisernte werden nach Europa verkauft, da hier die Maispreise subventiongestützt wesentlich über Weltmarktniveau liegen.
Unterernährung in armen Ländern ist die Folge. Aschebergs KSK schlägt vor, diese strukturelle soziale Ungerechtigkeit zu forcieren. Dies dient nicht nur dem internationalem Terrorismus als Nährboden, sondern fordert und fördert die Migration.
Ein KSK muss ganzheitlich gedacht werden. Streichen Sie den Vorschlag der Biogasanlagen, wenn Sie auf unsere Zustimmung wert legen.
„Lebensmittel statt Stromversorgung“, lautet die Forderung von B’90-Grüne in Ascheberg.

Leider ist die Landwirtschaft mit Abstand der größte CO2 Emittent in unserer Gemeinde.
Der KSK geht darauf mit keiner Zeile ein:
Regenwälder werden für Anbau von hier verfüttertem Tierfutter gerodet, energieintensiver Ackerbau wird unter Einsatz fossiler Energien betrieben, die sogenannte Veredelungslandwirtschaft reduziert den Energiegehalt und Nährstoffgehalt der Feldfrüchte durch deren Verfütterung um weit mehr als 50%, das Endprodukt Fleisch geht mehrheitlich an Tönnies Lebensmittel GmbH und wird dort zu guten Teilen in alle Welt exportiert. Energieeinsparung im Sinne eines nachhaltigen KSK sieht doch wohl anders aus.
Bitte, machen wir jetzt den Landwirten keine Vorwürfe.
Seit Jahrzehnten leben sie in einer “Wachse oder Weiche”-Mühle, in der Treibhausgase keine Rolle spielen. Diese Mühle dreht sich schneller denn je.
Aber:
warum weist das KSK hier keinen klimaschonenden Ausweg auf?
Biologische Landwirtschaft reduziert ganz wesentlich den Ausstoß der Treibhausgase. Biologische Landwirtschaft ist eine CO2-Senke.
Die Privatinitiative eines kleinen lokalen Schlachthofes muss das KSK als vorbildlich herausstreichen.
Aschebergs Landwirtschaft bewegt sich doch!

Die österreichische Steiermark praktiziert erfolgreich Klimalandwirtschaft: der Landwirt bindet CO2 in den Boden.
Durch die Anhebung des Dauerhumusgehaltes (Dauerhumus und nicht von Nährhumus!) wird der Boden fruchtbarer, bekommt die Bodengare früherer Zeiten wieder, und gewinnt Pufferkapazität für bevorstehende Klimaereignisse wie Trockenheit oder Starkniederschläge. Die Anhebung des Humusgehaltes um 1 %, bindet in Ascheberger Ackerböden über 450.000 Tonnen CO2, oder 30 Tonnen CO2 für jeden Ascheberger.
Greenpeace schlägt dieses Konzept bereits seit langem zur Abwendung der Klimakatastrophe vor:
http://www.greenpeace.org/international/en/publications/reports/cool-farming/
In der Steiermark zeigt die Gemeinde Kaindorf, wie dies nicht nur im großen Rahmen, sondern auch auf lokale Initiative hin, zu realisieren ist.

Ascheberg stellt bereits jährlich 760 MWh/a aus Windenergie (S. 87 ff).
Dies ist bei weitem zu wenig.
Einer Bürger-getragenen Energiegenossenschaften für Windkraft muss die Zukunft gehören.
Das KSK empfiehlt 4 Anlagen vor (12 MWh/a Leistung).
Ascheberg aber muss helfen, die Energieversorgung der Nachbarstädte durch Windkraftanlagen zu sichern. Hierbei helfen Landwirte mit ihren Ackerflächen. 15 Windkraftanlagen samt Speichermedien in den drei Ortsteilen wären als ambitionierte Zielgröße zukunftsorientiert gewesen.
Warum bremst das KSK diese Visionen aus?

Klar, können Sie, zusammen mit Helmut Schmidt uns dieser Visionen wegen zum Arzt schicken.
Aber ohne gute Visionen werden wir Menschen den Klimawandel nicht überleben.
Die Erde steht im Klimawandel-Endspiel, und da muss jeder mitspielen!
Hätte nur ein Spieler im Rio-Endspiel die Kleeblätter des Rasens gezählt, wäre heute Argentinien Fußball-Weltmeister. Also muss auch Ascheberg in diesem Klima-Endspiel mit aller Energie dabei sein.
Sonst frisst der Klimawandel die Menschheit.
Das Ascheberger KSK ist noch einmal zu überdenken.
Dazu fordern wir, B’90-Grüne Ascheberg nochmals dringend auf.
Dann erst haben wir realistische Chancen das lokale Klimaziel zu erreichen.

Verfasst am 06.12.2015 um 11:36 Uhr von .
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