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Gestern, Heute & Morgen

Gestern, Heute & Morgen bringt das aktuelle der politischen Arbeit von Bündnis 90/Die Grünen ins Internet

 

 

15Feb

B’90-Grüne Haushaltsrede 2016

2015 ist vergangen, 2016 steht noch in der Tür.
2015 wurde der Ascheberger Gemeindehaushalt heiß und leidenschaftlich diskutiert, um schließlich nach einigem Hin und Her Grund- und Gewerbesteuern zu erhöhen. Die Flüchtlingswelle und ihre Integration in unsere Gemeinde rückten danach diese Diskussionswelle in ein rechtes Licht. Damals wurden wesentliche Schritte nicht getan, genauso wenig wie dies aktuell der Fall zu sein scheint.

Aktuell wesentliche Schritte?:

Natürlich zuallererst ist die Integration neuankommender Mitbürger ganz wesentlich für unsere Lokalpolitik. B’90-Grüne wurden aktiv, indem wir Spielzeug, Trampolin und große Sandkästen für Kreativität und Motorik der Kleinkinder spendeten: für unseren kleinen Parteihaushalt ein großes finanzielles Paket, das als Wohlfühlfaktor zur Integration der Kinder von zentraler Bedeutung sein wird. Hoffentlich waren wir darin Vorbild für die anderen hiesigen Parteien und für die Gemeinde.

Integration?

die Gemeinde will aktiv werden, um neue Mitbürger zu gewinnen. Für den Zeitraum seit 1987 sind wir bedingt durch die Verkehrslage einzige Gemeinde im Kreis Coesfeld, deren Bevölkerung noch wuchs. Aber Bevölkerungsrückgang steht auch für Ascheberg zu erwarten (dazu die Zahlen des statistischen Bundesamtes):

  • Die Landflucht in die größeren, attraktivere, medizinisch besser versorgte Städte nimmt zu.
  • Die Bevölkerung der BRD nimmt drastisch ab: mehr als 2% in den letzten 10 Jahren.
  • Zur Zeit beginnt zudem eine Migrationswelle in die neuen Bundesländer.
  • UND!:
    die geburtenstarken Jahrgänge verlassen das Eltern- und Arbeitsalter und werden Rentner.

Ein Rückgang der Bevölkerung fällt mit dem Veraltern der Gesellschaft zusammen. Den Ausgleich werden wohl AfD und CSU, mit der hier offensichtlich kleineren Schwesterpartei CDU verhindern.

Und was machen wir hier?

Diesem Unvermeidlichen versucht Ascheberg im Sinn des Versorgungs- und Separierungsarchitekten Walter Gropius durch Einkaufszentren und neue Wohngebiete zu entgehen. Ob das weitere Bewohner anzieht, ist sehr zu bezweifeln. Vielleicht sollte es mal mit architektonisch ganzheitlichen Konzepten versuchen, wie die von Henning Larsen:
attraktive Dörfer für eine alternde Gesellschaft.
Aber hier Ascheberg dienen die Baugebiete ja auch zur Finanzierung eines ansonsten defizitären Gemeindehaushaltes. Dorfentwicklungskonzepte sind zweitrangig.
Diese Fehler der letzten Jahre werden also auch 2016 nicht korrigiert.

Eine Flüchtlingswelle wird weiterhin auf den Exportweltmeister, also auch auf Ascheberg zurollen.
Exportweltmeister ist nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten das Land, das seinen Wohlstand weltweit am schnellsten mehrt. Also auch das Land, das diese Flüchtlingswelle am besten verträgt, Herr Seehofer.
Zweifelsohne:
es gilt diese Flüchtlingswelle zu bremsen, um auch die Anpassungskapazität einer so wohlhabenden und liberalen Gesellschaft, wie das unsere Heimat ist, nicht zu sprengen.

Und was kann Ascheberg da tun? Was bedeutet das für unseren Haushalt? fragen Sie sich:

Flüchtlingswelle und Arabischer Frühling haben ihre Ursachen zu großen Teilen im Klimawandel:
Trockenheit, drastischer Erhöhung der Lebensmittelpreise und Landflucht.
All das!
Afrikanische Klimawandelflüchtlinge kommen schon bald hinzu: daher wir müssen im Klimawandel handeln. Und unser Klimaschutzkonzept hilft da gar nichts.

B’90-Grüne Ascheberg schlagen daher vor, was dem Gemeindehaushalt große Gewinne bringen und Herbern, Davensberg und Ascheberg äußerst attraktiv machen wird:

  • alternative Energien, i.e. Solarenergieberatung, Energiegenossenschaften, ein wesentliches Mehr an Windkraftanlagen und keine Biogasanlagen, die wichtige Biomasse vernichten und einen nicht zu kontrollierenden Inkubator für potentiell höchstgefährliche Krankheitskeime darstellen
  • ein regionales Förderprogramm für alternative Energienutzung und Energieeffizienz.
    Als Schlüssel ist davon auszugehen, dass 1€ Förderung 7€ Umsatz generiert, und auf diese Weise eine CO2 einsparende lokale Wirtschaftsförderung bildet.
    In anderen Gemeinden funktionieren diese Förderprogramme bereits äußerst erfolgreich.
    ein blühendes Dorf mit Blumen statt mit Gras-haltigem „grünen Beton“ sowie mehr Blühflächen im Außenbereich.
    Wir wissen Gräser fördern die Neurodermitis, Blumen fördern Insektenvielfalt und Ökosystemstabilität, was wiederum CO2 bindet.
  • ein klimaneutraleres Verkehrskonzept mit einem Mehr an Busverbindungen und Radwegen.
    Wir müssen uns hier über neue Konzepte von Bürgereinbindung und Finanzierung unterhalten.
    Gerade das Fahrrad ist ein energietechnisches Wunderwerk, und im Klimaschutzkonzept Aschebergs wird dieses Wunder nahezu ignoriert, oder rein auf innerörtliche Wege beschränkt
  • und ein Weg heraus aus Tier quälender und Energie verschwendender Landwirtschaft (Lesen sie hierzu Laudato Si von Papst Franziskus).
    Cool-Farming und Agroforst machen Ackerland fruchtbarer und binden enorme Mengen CO2 in den Boden. Der Weltklimarat hat in Paris explizit diese Option hingewiesen.
    Lassen Sie uns die Landwirte finanziell anregen, diesen Weg auf Versuchsflächen zu starten, um einen Ausweg aus der Wachse-oder-Weiche-Sackgasse zu finden, und um unsere Gemeinde ganz nach vorne zu bringen.

Diese Maßnahmen machen Ascheberg attraktiv, regenerieren neue Finanzquellen zum Gemeindehaushalt und halten beispielhaft den Klimawandel auf.
Gerade so könnten wir durch unsere Innovativität auch weltweite Bekanntheit erlangen. Schauen Sie sich die Ökoregion Kaindorf an. Nehmen wir mit dieser Gemeinde Kontakt auf! Beginnen wir mit Kaindorf eine internationale Energiepartnerschaft mit einer neuen Partnergemeinde.

Und um das mal sportlich, und vielleicht damit etwas entspannter darzustellen:
Wir befinden uns gerade jetzt im Halbfinalspiel der Menschheit gegen den Klimawandel.
Scheiden wir aus, oder kommen wir ins Endspiel?
Ascheberg, wir also, kann hier zum Andreas Wolff oder zum Manuel Neuer werden – simply the best!
Und wir, die kleinste Partei des Gemeinderates bringen mit unserem Wissen und unseren Ideen den Samen zur Entwicklung neuer Wege, um die Haushaltssituation für das Jetzt und für die Zukunft zu sichern!
Zeigen wir so, ob wir Ein liebendes Herz für Ascheberg  haben!

Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren,
Danke für Ihre Aufmerksamkeit

… und abschließend noch 5 Zeilen des kanadischen Politikers Jack Layton …
aus seinem letzten Brief, geschrieben kurz vor seinem Tod:

My friends,
love is better than anger.

Hope is better than fear.
Optimism is better than despair.
So let us be loving, hopeful and optimistic.
And we’ll change the world.

Man Too für unseren neuen Haushalt 2016!
Nur Mut zu neuen Wegen!

 

08Feb

HammGas-Probebohrungen in Herbern Nordick

In Herbern Nordick wird das Unternehmen HammGas mit Probebobrungen noch in diesem Frühjahr fossile Fakten schaffen.
Bündnis 90 – Die Grünen, Ortsverband Ascheberg lehnen dies als einen Eingriff in die Energiewende energisch ab.

Bei dem HammGas-Ansinnen bei uns fossile Energieträger zu fördern, handelt es sich nach Überzeugung von B’90-Grüne-OV Ascheberg,
um einen Anschlag auf unsere Schöpfung, auf den Menschen-bewohnten Planeten Erde.

Der Weltklimarat, und mit ihm unsere Ministerin Barbare Hendricks haben sich ganz strikt hinter das 1,5°C-Ziel gestellt.
Allgemein ist bekannt, dass ein zwei-Grad-Ziel das Auftauen der Permafrostböden mit all seinen Sekundärfolgen riskiert.
Folgen werden heute bereits an den Permafrostböden Alaskas sichtbar. Ausströmende Methangase forzieren die Treibhausgase.

Das Center for International Climate and Environmental Research-Oslo (CICERO) stellt klar, dass für ein 1,5-Grad-Ziel bereits zwischen 2025 und 2030 weltweit aus allen fossilen Energien auszusteigen ist.
HammGas ist gegen das 1,5-Grad-Ziel.
HammGas trägt dazu bei, die Zukunft des Planeten Erde zu bedrohen.

Das geht jetzt zwar weit über unsere regionalpolitische Kompetenz hinaus.
Aber diese Aussage sei uns wegen der prekären Klimasituation erlaubt. Klimawandel und seine sozialpolitischen Folgen finden bereits jetzt in Ascheberg, in ganz Deutschland statt:
Langjährige Trockenheit in Syrien bedingte dort eine Landflucht. Die Assad-Diktatur war nicht fähig die Folgen politisch abzupuffern und setzte auf Gewalt.
Zusammen mit dem arabischen Frühling war das der Nährboden für einem Bürgerkrieg.
Die Folgen sind bekannt:
mehr als eine Millionen Menschen kommen 2015 zu uns nach Deutschland, und vervielfältigen unsere Gesellschaft.
Afrikanische Flüchtlinge werden bedingt durch den Klimawandel wohl schon bald folgen. Die neuen Programme der Entwicklungsarbeit, durch Minister Müller initiiert, werden vom Klimawandel hinweggespült oder ausgetrocknet werden. Der Film, in dem Hunderttausende afrikanischer Flüchtlinge Spanien stürmen, gewinnt gerade Realität.
Sie werden bereichern uns!
(„Der Marsch“, 1990, britischer Fernsehfilm, Reg. William Nicholson:
aufgrund des Klimawandels sind große Teile Afrikas unbewohnbar geworden, etc.pp.)

Wenn wir heute neue fossile Brennstoffe suchen, wird die Energiewende scheitern!

Regionalpolitisch wesentlich relevanter ist folgendes Fakt:

In den Niederlanden wird bereits seit langem auf derselben tektonischen Platte wie in Herbern-Drensteinfurt nach Gas gebohrt. Dies war für die Niederländer lange eine sprudelnde Geldquelle, die sich nun aber als Ursache für Erdbeben verifizieren liess. Die werden Bohrungen werden daber eingestellt.

Das mit einer Gasbohrung verbundene Kühlen des Bohrers durch Wasser, sowie die Entnahme von Material führen zum Auflösen von Erdkristallen und der damit verbundenen Modifikation der geologischen Statik.
Diese Veränderungen von geologischen Strukturen bilden nun wiederum die Ursachen von Erdbeben.
Erdbeben von einer Stärke bis zu 5,8 stehen zu erwarten, bzw. fanden bereits statt.

HammGas und seine Gasbohrungen MÜSSEN UNTERSAGT werden!

Sie gefährden unsere Zukunft!

06Dez

Klimaschutzkonzept für Ascheberg?

Im integrierten Klimaschutzkonzept (KSK) Aschebergs finden sich gute Ansätze. Der weitere Ausbau der Solarenergie, eine Sanierungsberatung der Heizungen, eine beginnende lokale Kommunikation und Beratung zu diesem Thema sind einige der Maßnahmen, die dazu beitragen werden, das lokale Klimaziel zu erreichen.

Aber B’90-Grüne OV Ascheberg sieht gleichfalls entscheidende Defizite.

Wenn wir nicht ALLE radikal aktiv werden, wird der Klimawandel die Menschheit fressen oder verbrennen, wie Prof. Hans Joachim Schellnhuber in mutmaßt (Schellnhuber: Selbstverbrennung, Bertelsmann 2015).

Warum sind die CO2 Emissionen der Ascheberger in 2013 mit 4,48 Tonnen so niedrig angesetzt (siehe S.10)?
2013 wurden in Ascheberg mehr als 15 ha Weide in Ackerland verwandelt.
Allein dieser Eingriff in die Natur erhöht, konservativen Abschätzungen folgend, die CO2-Produktion je Ascheberger Mitbürger um fast 50% auf 6,5 Tonnen.

Auch vergisst das KSK die Kinder und Kindergärten fast ganz (S. 133 f).
Sie sind doch wesentlicher Multiplikator für eine klimabewusstere Welt.
Nur „Grüne Meilen für das Weltklima“ für Kindergärten und „Walking Bus“ für Grundschulen vorzuschlagen, ist zu wenig.
Einmal jährlich sollten Schulen, Träger von Kitas und Jugendverbände zu einem Gesprächskreis bzgl. klimarelevanter Themen und Aktionen eingeladen werden“, suggeriert Hilflosigkeit.
Einmal ist keinmal!
Herr Bürgermeister, bitte werden Sie hier aktiv.
Danke!

Nun zu Aschebergs zentralem Wirtschaftszweig, der Landwirtschaft:

Der Ausbau der bestehenden Biogasanlage bzw. der Bau einer weiteren Biogasanlage wird als Option weiter beobachtet“ (S. 96 f)
Biogasanlagen geht ja gar nicht:
Sie fördern subventionsgestützt Maissenken innerhalb Europas, was heißt Großteile der weltweiten Maisernte werden nach Europa verkauft, da hier die Maispreise subventiongestützt wesentlich über Weltmarktniveau liegen.
Unterernährung in armen Ländern ist die Folge. Aschebergs KSK schlägt vor, diese strukturelle soziale Ungerechtigkeit zu forcieren. Dies dient nicht nur dem internationalem Terrorismus als Nährboden, sondern fordert und fördert die Migration.
Ein KSK muss ganzheitlich gedacht werden. Streichen Sie den Vorschlag der Biogasanlagen, wenn Sie auf unsere Zustimmung wert legen.
„Lebensmittel statt Stromversorgung“, lautet die Forderung von B’90-Grüne in Ascheberg.

Leider ist die Landwirtschaft mit Abstand der größte CO2 Emittent in unserer Gemeinde.
Der KSK geht darauf mit keiner Zeile ein:
Regenwälder werden für Anbau von hier verfüttertem Tierfutter gerodet, energieintensiver Ackerbau wird unter Einsatz fossiler Energien betrieben, die sogenannte Veredelungslandwirtschaft reduziert den Energiegehalt und Nährstoffgehalt der Feldfrüchte durch deren Verfütterung um weit mehr als 50%, das Endprodukt Fleisch geht mehrheitlich an Tönnies Lebensmittel GmbH und wird dort zu guten Teilen in alle Welt exportiert. Energieeinsparung im Sinne eines nachhaltigen KSK sieht doch wohl anders aus.
Bitte, machen wir jetzt den Landwirten keine Vorwürfe.
Seit Jahrzehnten leben sie in einer “Wachse oder Weiche”-Mühle, in der Treibhausgase keine Rolle spielen. Diese Mühle dreht sich schneller denn je.
Aber:
warum weist das KSK hier keinen klimaschonenden Ausweg auf?
Biologische Landwirtschaft reduziert ganz wesentlich den Ausstoß der Treibhausgase. Biologische Landwirtschaft ist eine CO2-Senke.
Die Privatinitiative eines kleinen lokalen Schlachthofes muss das KSK als vorbildlich herausstreichen.
Aschebergs Landwirtschaft bewegt sich doch!

Die österreichische Steiermark praktiziert erfolgreich Klimalandwirtschaft: der Landwirt bindet CO2 in den Boden.
Durch die Anhebung des Dauerhumusgehaltes (Dauerhumus und nicht von Nährhumus!) wird der Boden fruchtbarer, bekommt die Bodengare früherer Zeiten wieder, und gewinnt Pufferkapazität für bevorstehende Klimaereignisse wie Trockenheit oder Starkniederschläge. Die Anhebung des Humusgehaltes um 1 %, bindet in Ascheberger Ackerböden über 450.000 Tonnen CO2, oder 30 Tonnen CO2 für jeden Ascheberger.
Greenpeace schlägt dieses Konzept bereits seit langem zur Abwendung der Klimakatastrophe vor:
http://www.greenpeace.org/international/en/publications/reports/cool-farming/
In der Steiermark zeigt die Gemeinde Kaindorf, wie dies nicht nur im großen Rahmen, sondern auch auf lokale Initiative hin, zu realisieren ist.

Ascheberg stellt bereits jährlich 760 MWh/a aus Windenergie (S. 87 ff).
Dies ist bei weitem zu wenig.
Einer Bürger-getragenen Energiegenossenschaften für Windkraft muss die Zukunft gehören.
Das KSK empfiehlt 4 Anlagen vor (12 MWh/a Leistung).
Ascheberg aber muss helfen, die Energieversorgung der Nachbarstädte durch Windkraftanlagen zu sichern. Hierbei helfen Landwirte mit ihren Ackerflächen. 15 Windkraftanlagen samt Speichermedien in den drei Ortsteilen wären als ambitionierte Zielgröße zukunftsorientiert gewesen.
Warum bremst das KSK diese Visionen aus?

Klar, können Sie, zusammen mit Helmut Schmidt uns dieser Visionen wegen zum Arzt schicken.
Aber ohne gute Visionen werden wir Menschen den Klimawandel nicht überleben.
Die Erde steht im Klimawandel-Endspiel, und da muss jeder mitspielen!
Hätte nur ein Spieler im Rio-Endspiel die Kleeblätter des Rasens gezählt, wäre heute Argentinien Fußball-Weltmeister. Also muss auch Ascheberg in diesem Klima-Endspiel mit aller Energie dabei sein.
Sonst frisst der Klimawandel die Menschheit.
Das Ascheberger KSK ist noch einmal zu überdenken.
Dazu fordern wir, B’90-Grüne Ascheberg nochmals dringend auf.
Dann erst haben wir realistische Chancen das lokale Klimaziel zu erreichen.

04Dez

Beitrag zur NRW-online-Diskussion zum Braunkohleabbau

ZU:
https://www.leitentscheidung-braunkohle.nrw/perspektiven/de/home/beteiligen/draftbill/47589/para/9

 

Sehr geehrte Frau Kraft,
liebe Mitdiskutierer!

Wir stehen vor einem ganz wesentlichen Entscheidungsprozess, der weltweite Ausstrahlung auf die Entscheidungen mit Bezug auf den Klimawandel und die dadurch initiierte Energiewende hat.
Ohne Zweifel tragen Sie die enorme Verantwortung, die Energiesicherheit an dem Industriestandort NRW zu gewährleisten. Daher haben Sie die hiesigen Energiereserven als Überbrückungstechnologie zum Ausstieg aus der Kernenergie deklariert.

Leilinie unserer Energiepolitik ist aber unumstösslich das zwei-Grad-Ziel.
(Dabei besteht keine Sicherheit, ob nicht ein 1,5-Grad-Ziel für viele Mitmenschen in Zukunft lebensnotwendig ist)
Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir bis 2050 weit weniger als 20% der noch vorhandenen fossilen Energie verbrauchen.
Dazu müssen wir umkehren, denn dadurch das wir in die falsche energiepolitische Richtung langsamer gehen, wird die Richtung nicht besser (frei nach M. Gandhi).

Stellen Sie sich bitte nur vor, dass wir neben den politischen Flüchtlingen auch noch weitere Millionen von Klimaflüchtlingen in das Land des Exportweltmeisters 2014/15 kommen. Unsere Kapazität für Integration von Migranten und dauerhaft friedfertige Gesellschaft käme an ihre Grenzen!

Daher müssen wir beinahe umgehend und unumkehrbar den Ausstieg aus den fossilen Energien einleiten:
1.
Natürlich muss die weltweit vorbildliche Forschung nach einer Speicherung der Erneuerbaren Energien an erster Stelle stehen
2.
Erneuerbare Energien i.e. Wind, Sonne und evt. ökologisch neutrale Gezeitenkraftwerke
(und bitte nicht die Biomassesenken fördernde Bioenergie mit implizierten globalen Ungerechtigkeiten, i.e. zB Maisimport, etc.pp.)
müssen noch effizienter werden. Spontane Beispiele sind die Nutzung von Potentialen aus dem Bereich Bio-Ingeneering (Photosyntheseprozesse für Solarenergie, Integration von Cradle to cradle Prozessen, etc.pp.)
3.
Energieverbrauch ist stärkstens zu senken (Industrie, Mobilität, priv. Energieverbrauch).
Dazu könnten demokratisch nachhaltige Instrumente eingesetzt werden, wie z.B. eine (lokale) „Energie-Spar-Olympiade“
4.
Energie muss effizient und Europaweit transportiert werden. Dazu sind nicht nur neue enorm kapitalaufwendige Energieleitungen (wie zB Strom-Energieautobahnen) zu nutzen, sondern die bestehende Infrastruktur zu nutzen. Gasleitungen können Wind- und Solargas transpotieren. Kanäle dienen Energieschiffen zum Transport. etc.pp.
5.
Energie ist umzuwandeln bzw alternativ zu nutzen:
Windgas, Solarbenzin, Elektromobilität
6.
gesellschaftliche und soziale Strukturen sind energieeffizienter zu gestalten:
Regionalität, lokale Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien, Reperatur-Cafes, Energie-Info-Börsen, Energiegenossenschaften, nachbarschaftliche Energiegemeinschaften, lokale Landwirtschaft und Gartenbau (Urban Farming: siehe Vancouver, Havana, essbare Dörfer) etc.pp.
7.
Brückentechnologie Cool Farming nach Greenpeace
landwirtschaftliche Nutzflächen sind so zu bearbeiten, dass sie zum CO2-Speicher werden. Der Charme dieser bereits in Kaindorf (Steiermark) praktizierten Klimalandwirtschaft ist:
– Böden werden fruchtbarer (Terra-Preta-Effekt)
– Ackerböden werden resistenter gegen Spontanklimaereignisse (Trockenheit, Winderosion, Starkniederschäge)
– landwirtschaftliche Böden werden durch Dauerhumus zum Nährstoffspeicher, was bestehende Grundwassergefährdung mindert
– Böden entfalten ökologisch bedingt ihre phytomedizinischen Kapazitäten, was bei einer Bodenbearbeitung nach guter landwirtschaftlicher Praxis zur Obsoleszense von Herbiziden und Pestiziden führt
– Bodenbearbeitung kommt mit weit geringerem Energieeinsatz (<< 50%) aus
– Landwirtschaft wird wieder verstärkt zum Arbeitgeber
– etc.pp.
Eine den Dauerhumusgehalt des Bodens (und damit seine natürliche Fruchtbarkeit, Dauerhumus ist nicht Nährhumus!) fördernde Landwirtschaft speicher je Hekta und Prozent Dauerhumus 80 Tonnen CO2.
Zahlen für 2013
Bei der Erhöhung des Dauerhumusgehaltes auf allen Bundesdeutschen Ackerflächen würden 952 Mio.To. Kohlendioxid benötigt, i.e. sequestriert. 2013 produzierte Deutschland ein CO2-Äquivalent von 953 Mio.To. !!! (Zahlen Umweltbundesamt)
Die Form der Landwirtschaft wird dadurch natürlich arbeitsintensiver, Lebensmittel teurer, der Fleischkonsum geringer.
Aber natürlich kostet der ungebremste Klimawandel der Bevölkerung nicht kalkulierbare Enerige und Arbeit sowie große Mengen Kapital.
We have got to choose!
Natürlich benötigt diese Form der Landwirtschaft eine modifizierte Ernährung der Bevölkerung. Diese Ernährung kombiniert mit einer Ernährungsaufklärung (Schulunterricht?!) wird zu einem verbesserten Gesundheitsstand der Bevölkerung führen.
8. etc.pp.

Der Ausstieg aus der Braunkohle erfordert eine mutige und inovative Politik. Aber wir haben keine andere Wahl, wenn wir die Zukunft der Menschen auf diesem Planeten nicht in Gefahr bringen wollen.

Wenn ich jemandem diese Politik zutraue,
dann sind es Sie, Frau Kraft!

und ein Zitat plagiierend möchte ich hier noch abschließend hinzu fügen:
Wir in NRW
„WIR SCHAFFEN DAS!“ [???, 2015]

oder weitaus kreativer:

„Give them a careful hearing;
consider the alternatives;
and consider that we can be a better, fairer, more equal country by working together.
Don’t let them tell you it can’t be done.

My friends,
love is better than anger.
Hope is better than fear.
Optimism is better than despair.
So let us be loving, hopeful and optimistic.
And we’ll change the world.“

Jack Layton, August 20, 2011, Toronto, Ontario
(Jack Layton, July 18, 1950 – August 22, 2011, Canadian social democratic politician)

So weit, so gut
Hubertus Beckmann

28Jun

Neue Erkenntnisse zu Gasbohrungen

Am 16.06.2015 präsentierte die Gruppe HammGas/Dahldrup ihr Vorhaben durch Gasbohrungen in Ascheberg durch das Erschließen weiterer fossiler Brennstoffe ihren Anteil am Klimawandel zu leisten. Am 19. Juni 2015 wurde dann unsere Wissensgrundlage über die Folgen dieser Bohrungen auf die unmittelbare Umwelt dieser Bohrung um einen weiteren wesentlichen Aspekt erweitert. Weingarten et al. veröffentlichen im Journal Science mit ihren Artikel

High-rate injection is associated with the increase in U.S. mid-continent seismicity

den Zusammenhang zwischen dem Einbringen von großen Mengen an Wasser ins Erdreich und regionaler Erdbebenhäufigkeit.
(nachzulesen unter http://www.sciencemag.org/content/348/6241/1336.full)

Was bedeutet dies nun?
Sollten Probebohrungen durchgeführt wurden, besteht die Möglichkeit, dass es auch in größeren zeitlichen Abständen (> 5 Jahre) in der Umgebung noch zu Erdbeben mit den negativen Folgen für die Bevölkerung und deren Eigentum kommt.
Um das aufs Populäre herunterzubrechen:
Dieser Prozess ist jedem bekannt, der als Kind im Sandkasten mit Wasser spielte.
Selbstverständlich besitzt der Erduntergrund eine ungleich größere Stabilität als loser Mauersand. Doch wissen wir alle auch um die erosive Kraft des Wassers. Des Wassers chemikalische Lösungsfähigkeit führt langfristig zu Veränderungen in der statischen Struktur des geologischen Untergrundes, die dann wieder Ursache seismischer Bewegungen bilden können.

Diese Beben der Zukunft werden nicht die gleiche Kraft tektonischer Beben besitzen.
Jedoch werden sie in einer Region auftreten, die noch in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Konkurrent um den CERN-Teilchenbeschleuniger auftrat, sich also durch seine absolute Freiheit an Erdbeben auszeichnete.
Allein daher sind regionale Erdbeben der Zukunft als Folge der Aktivitäten der HammGas/Dahldrup-Gruppe zu identifizieren.

Wir B’90-Grüne OV Ascheberg fordern die regionale Politik dazu auf,
der HammGas/Dahldrup-Gruppe schriftlich das Einverständnis für ein Aufkommen für regionale Erdbebenschäden der Zukunft zu übernehmen, sowie eine diesbezügliche Sicherheit in angemessener Höhe bei örtlichen Banken zu hinterlegen.

28Jul

5. Bürgerstammtisch: Kompostlandwirtschaft und Lebensraumkorridore – Chancen für das Klima

Der Klimawandel, seine Folgen und die Möglichkeiten einer Reaktion der Landwirtschaft darauf war Inhalt der von den Grünen Ascheberg veranstalteten Diskussion.

Landwirtschaft beeinflusst das Klima. Nicht nur die Rodung Brasilianischer Regenwälder, sondern auch der vor Inkrafttreten des EU-Grünlandumbruchverbots in Ascheberg praktizierte Wandel von Grünland zu Ackerland hat massiven CO2-Ausstoss zur Folge. Die Baden-Württemberger Landesregierung bezeichnet daher das Grünlandumbruchverbot als „Wertvollen Beitrag zum Klima- und Artenschutz“ (www.mlr.baden-wuerttemberg.de/Gruenlandumbruchverbot_Wertvoller_Beitrag_zum_Klima_und_Artenschutz/106971.html).

Landwirte pflegen einen großen Teil unserer Natur. Daher wurde das Beispiel der Österreichischen Ökoregion Kaindorf (Steiermark) angeführt, wo Landwirte nicht nur die Natur pflegen, sondern nebenbei für das 2°C-Ziel arbeiten und in ihrem Ackerland durch Anreicherung von Dauerhumus große Mengen CObinden. Für die CO2-Bindung, aber auch für eine langfristige Speicherung von Nährstoffen und Wasser ist der Dauerhumus zuständig, und nicht die Organische Masse oder die Fraktion des Nährhumus, wie dies oft irrtümlich geäußert wird. Bei einem gesunden Boden stehen Dauerhumus und Nährhumus in einem Zusammenspiel, war den Boden widerstandsfähig gegen die Einflüsse der Umwelt macht.
In Kaindorf wird dieser Gehalt des Bodens an Dauerhumus von zertifizierten Prüfern kontrolliert und in den CO2-Emissionshandel eingebracht. Die Landwirte bekommen dabei vom lokalem Handwerk durchschnittlich 30 € je Tonne gespeichertes CO2 gezahlt. Das Handwerk nutzt die CO2-Zertifikate für eine effektive Werbung. Da jedes Prozent Dauerhumus je Hektar 80 Tonnen CObindet, bringt dieser Handel dem Landwirten 2.400 €/ha je Prozent Dauerhumuszunahme ein. Bei einer langfristig anzustrebenden Steigerung von momentan ca.1,5% Dauerhumus auf 5 bis 6% sind das dann über 10.000 €/ha, die den zwischenzeitlichen Ernterückgang kompensieren. Da aber heutige Ackerböden durch ihr eingeschränktes Bodenleben den Aufbau an Dauerhumus nicht mehr garantieren können, wird dem Vorbild Kaindorf folgend die Anlage eines Komposthofes vorgeschlagen. Dort wird ein ordnungsgemäßer Humusaufbau in Großmieten reguliert. Näheres hierzu bei Gerald Dunst (2011), Humusaufbau: Chance für Landwirtschaft und Klima.
Zu den Klimachancen dieser Landwirtschaft sagt Deutschlandradio: „Würden zunächst nur zehn Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland nur ein Prozent mehr Humus enthalten, dann lägen fast 100 Millionen Tonnen Kohlenstoff sicher im Boden und würden den CO2-Ausstoß der hiesigen Wirtschaft um nahezu ein Viertel reduzieren.“ (www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1939267/).

Zum anderen Thema:
Klimawandel bedeutet auch Artensterben. „Lebensraumkorridore für Mensch und Natur“ wurden bereits vor 10 Jahren als notwendiges Konzept für den Erhalt der Artenvielfalt erkannt (www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/LRK04_Text.pdf oder www.trunpa.eu). In Regionen intensiver landwirtschaftlicher Nutzung sind laut dem Sprecher des Deutschen Bauernverbandes Friedhelm Deckert „ökologisch tot“. Hier bietet sich ein landwirtschaftlich genutzter Lärmschutzwall-Korridor als nährstoffarmer und damit potentiell artenreicher Standort für Lebensraumkorridore an. Fachgerecht angelegte Lärmschutzwälle schützen nicht nur Mensch und Natur vor Lärmbelastung, sondern beugen dem Artensterben vor. Schafe als „das natürliche Samentaxi“ bieten sich hier für Nutzung und Pflege an, wie wir es bereits von den Nordseedeichen oder den Lärmschutzwällen der Niederlande (z.B. A1/E30 nahe Apeldoorn) her kennen. Dabei speichern diese landwirtschaftlich genutzte Lärmschutzwälle je Kilometer mehr als 15.000 Tonnen CO2, schützen Artenvielfalt und produzieren nachhaltig nachwachsende Rohstoffe.

Was hindert uns daran Ascheberg zur Ökoregion zu machen?

Hubertus Beckmann, Steenrohr 5, Ascheberg

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Hubert Beckmann
M.sc.agr. (Organic Farming)
D-59387 Ascheberg – Steenrohr 5

18Jun

Ascheberg hat Energie (Informationsveranstaltung am Ascheberger Markt, 13.06.2013)

Informationsveranstaltung von Bündnis’90/Die Grünen
am Markt in Ascheberg vom 13.06.2913, 14:30 bis 17:00

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir von Bündnis 90-Die Grünen Ortsverband Ascheberg beschäftigen uns seit einiger Zeit mit dem Thema Klimaschutz und kommunaler Energieversorgung. Dazu haben wir Kontakt zu verschiedenen Personen aufgenommen, die wir zum Teil in unsere Veranstaltungsserie „Ascheberg hat Strom“ integrieren werden, um im Laufe des Sommers 2013 die lokale Diskussion zu diesem Thema zu bereichern.

Erster Termin wird am 13.06.2013 von 14:30 bis 17:00 ein Stand an der Sandstraße vor dem Markt in Ascheberg sein. Ascheberger Bürger sind dazu eingeladen, vorbeizuschauen, sich zu informieren, mit den Anwesenden zu diskutieren, und sich auszutauschen.

Wir bitten das Ordnungsamt Ascheberg um Kenntnisnahme dieser politischen Öffentlichkeitsarbeit, und bitten, falls notwendig um eine rasche Genehmigung. Bei Rücksprache zögern sie bitte nicht, umgehend Kontakt aufzunehmen zu Hubert Beckmann (Sprecher B’90-Grüne Ascheberg).

 

Mit einem freundlichen Gruss

 

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Zeitungsartikel

Bündnis 90-Die Grünen Ortsverband Ascheberg beschäftigen sich intensiv mit Klimaschutz und kommunaler Energieversorgung. Aus diesem Grunde traten sie in Kontakt zu verschiedenen Personen, die Konzepte zu Themenkomplex vertreten. Um Wissens und Ideen für die effektivere Nutzung der Energie zu vermitteln und eine Diskussion anzuregen, veranstalten sie im Laufe des Sommers 2013 eine Themenreihe mit dem Titel „Ascheberg hat Strom“.

 

Erster Termin wird am 13.06.2013 von 14:30 bis 17:00 ein Stand am Markt in Ascheberg sein. Erste Schwerpunktthemen werden Solarenergie, Solarkataster, Elektromobilität sowie kleine Windkraftanlagen sein. Ascheberger Bürger sind herzlich eingeladen, vorbeizuschauen, sich zu informieren, mit den Anwesenden zu diskutieren, und sich auszutauschen.

 

Weitere Themen werden die Einsparung von Energie, Möglichkeiten einer lokalen Energiegenossenschaft, alternative Konzepte zur lokalen Energieerzeigung sein. Das Ziel dieser Veranstaltungsserie ist es, bei der Weiterentwicklung eines lokalen Energiekonzeptes die Ascheberger Bürger mitzunehmen, eben aufzuzeigen „Ascheberg hat Strom“. Großes Vorbild ist hierbei die Klimakommune Saerbeck, die bereits zu 100% Energie-Selbstversorger ist. Bei ausreichend Interesse wird eine Fahrt nach Saerbeck den Zyklus beenden. Bis dahin planen Bündnis 90-Die Grünen aus Ascheberg, den Mitbürgern noch reichhaltig Information anzubieten, mit denen sie sich zu diesem Thema der Zukunft aufstellen können.

 

19Apr

Fracking-Gesetz gestoppt