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04Dez

Beitrag zur NRW-online-Diskussion zum Braunkohleabbau

ZU:
https://www.leitentscheidung-braunkohle.nrw/perspektiven/de/home/beteiligen/draftbill/47589/para/9

 

Sehr geehrte Frau Kraft,
liebe Mitdiskutierer!

Wir stehen vor einem ganz wesentlichen Entscheidungsprozess, der weltweite Ausstrahlung auf die Entscheidungen mit Bezug auf den Klimawandel und die dadurch initiierte Energiewende hat.
Ohne Zweifel tragen Sie die enorme Verantwortung, die Energiesicherheit an dem Industriestandort NRW zu gewährleisten. Daher haben Sie die hiesigen Energiereserven als Überbrückungstechnologie zum Ausstieg aus der Kernenergie deklariert.

Leilinie unserer Energiepolitik ist aber unumstösslich das zwei-Grad-Ziel.
(Dabei besteht keine Sicherheit, ob nicht ein 1,5-Grad-Ziel für viele Mitmenschen in Zukunft lebensnotwendig ist)
Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir bis 2050 weit weniger als 20% der noch vorhandenen fossilen Energie verbrauchen.
Dazu müssen wir umkehren, denn dadurch das wir in die falsche energiepolitische Richtung langsamer gehen, wird die Richtung nicht besser (frei nach M. Gandhi).

Stellen Sie sich bitte nur vor, dass wir neben den politischen Flüchtlingen auch noch weitere Millionen von Klimaflüchtlingen in das Land des Exportweltmeisters 2014/15 kommen. Unsere Kapazität für Integration von Migranten und dauerhaft friedfertige Gesellschaft käme an ihre Grenzen!

Daher müssen wir beinahe umgehend und unumkehrbar den Ausstieg aus den fossilen Energien einleiten:
1.
Natürlich muss die weltweit vorbildliche Forschung nach einer Speicherung der Erneuerbaren Energien an erster Stelle stehen
2.
Erneuerbare Energien i.e. Wind, Sonne und evt. ökologisch neutrale Gezeitenkraftwerke
(und bitte nicht die Biomassesenken fördernde Bioenergie mit implizierten globalen Ungerechtigkeiten, i.e. zB Maisimport, etc.pp.)
müssen noch effizienter werden. Spontane Beispiele sind die Nutzung von Potentialen aus dem Bereich Bio-Ingeneering (Photosyntheseprozesse für Solarenergie, Integration von Cradle to cradle Prozessen, etc.pp.)
3.
Energieverbrauch ist stärkstens zu senken (Industrie, Mobilität, priv. Energieverbrauch).
Dazu könnten demokratisch nachhaltige Instrumente eingesetzt werden, wie z.B. eine (lokale) „Energie-Spar-Olympiade“
4.
Energie muss effizient und Europaweit transportiert werden. Dazu sind nicht nur neue enorm kapitalaufwendige Energieleitungen (wie zB Strom-Energieautobahnen) zu nutzen, sondern die bestehende Infrastruktur zu nutzen. Gasleitungen können Wind- und Solargas transpotieren. Kanäle dienen Energieschiffen zum Transport. etc.pp.
5.
Energie ist umzuwandeln bzw alternativ zu nutzen:
Windgas, Solarbenzin, Elektromobilität
6.
gesellschaftliche und soziale Strukturen sind energieeffizienter zu gestalten:
Regionalität, lokale Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien, Reperatur-Cafes, Energie-Info-Börsen, Energiegenossenschaften, nachbarschaftliche Energiegemeinschaften, lokale Landwirtschaft und Gartenbau (Urban Farming: siehe Vancouver, Havana, essbare Dörfer) etc.pp.
7.
Brückentechnologie Cool Farming nach Greenpeace
landwirtschaftliche Nutzflächen sind so zu bearbeiten, dass sie zum CO2-Speicher werden. Der Charme dieser bereits in Kaindorf (Steiermark) praktizierten Klimalandwirtschaft ist:
– Böden werden fruchtbarer (Terra-Preta-Effekt)
– Ackerböden werden resistenter gegen Spontanklimaereignisse (Trockenheit, Winderosion, Starkniederschäge)
– landwirtschaftliche Böden werden durch Dauerhumus zum Nährstoffspeicher, was bestehende Grundwassergefährdung mindert
– Böden entfalten ökologisch bedingt ihre phytomedizinischen Kapazitäten, was bei einer Bodenbearbeitung nach guter landwirtschaftlicher Praxis zur Obsoleszense von Herbiziden und Pestiziden führt
– Bodenbearbeitung kommt mit weit geringerem Energieeinsatz (<< 50%) aus
– Landwirtschaft wird wieder verstärkt zum Arbeitgeber
– etc.pp.
Eine den Dauerhumusgehalt des Bodens (und damit seine natürliche Fruchtbarkeit, Dauerhumus ist nicht Nährhumus!) fördernde Landwirtschaft speicher je Hekta und Prozent Dauerhumus 80 Tonnen CO2.
Zahlen für 2013
Bei der Erhöhung des Dauerhumusgehaltes auf allen Bundesdeutschen Ackerflächen würden 952 Mio.To. Kohlendioxid benötigt, i.e. sequestriert. 2013 produzierte Deutschland ein CO2-Äquivalent von 953 Mio.To. !!! (Zahlen Umweltbundesamt)
Die Form der Landwirtschaft wird dadurch natürlich arbeitsintensiver, Lebensmittel teurer, der Fleischkonsum geringer.
Aber natürlich kostet der ungebremste Klimawandel der Bevölkerung nicht kalkulierbare Enerige und Arbeit sowie große Mengen Kapital.
We have got to choose!
Natürlich benötigt diese Form der Landwirtschaft eine modifizierte Ernährung der Bevölkerung. Diese Ernährung kombiniert mit einer Ernährungsaufklärung (Schulunterricht?!) wird zu einem verbesserten Gesundheitsstand der Bevölkerung führen.
8. etc.pp.

Der Ausstieg aus der Braunkohle erfordert eine mutige und inovative Politik. Aber wir haben keine andere Wahl, wenn wir die Zukunft der Menschen auf diesem Planeten nicht in Gefahr bringen wollen.

Wenn ich jemandem diese Politik zutraue,
dann sind es Sie, Frau Kraft!

und ein Zitat plagiierend möchte ich hier noch abschließend hinzu fügen:
Wir in NRW
„WIR SCHAFFEN DAS!“ [???, 2015]

oder weitaus kreativer:

„Give them a careful hearing;
consider the alternatives;
and consider that we can be a better, fairer, more equal country by working together.
Don’t let them tell you it can’t be done.

My friends,
love is better than anger.
Hope is better than fear.
Optimism is better than despair.
So let us be loving, hopeful and optimistic.
And we’ll change the world.“

Jack Layton, August 20, 2011, Toronto, Ontario
(Jack Layton, July 18, 1950 – August 22, 2011, Canadian social democratic politician)

So weit, so gut
Hubertus Beckmann

Verfasst am 04.12.2015 um 6:33 Uhr von .
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