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18Feb

Ascheberg geht es gut – Haushaltsrede B90-Grüne zum 20-02-2018

Sehr geehrte Damen und Herren von Gemeinderat und Verwaltung, verehrte Anwesende,
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Risthaus!

Herr Dr. Risthaus, den Gemeindehaushalt von 2018 stellten Sie unter das Motto
Ascheberg geht es gut!

Unserer Gemeinde geht es gut, weil in ihr viele fleißige Hände Gutes bewirken. Fleißige Hände zu kombinieren, ist Aufgabe unserer Gemeindeverwaltung. Aber ob es Ascheberg wirklich gut geht, entscheiden andere Größen wie verkaufte Baugebiete, Haushaltsüberschüsse, gefüllte Ausgleichsrücklage oder Anzahl der Kindergartenplätze. Gutgehen, nachhaltige Entwicklung entscheiden nicht ökonomische Größen. Soziale, kulturelle und ökologische Komponenten sind mindestens genauso wichtig.

Wir beide, Herr Dr. Risthaus, sind gläubige Katholiken, und unser Glaube entscheidet ganz wesentlich, was gut ist, und was nicht.
Nicht wahr?
Herr Dr. Risthaus, vergaßen Sie nicht Komponenten, die Papst Franziskus in das Zentrum eines guten Lebens gerückt hat, und damit auch ins Zentrum, ob es Ascheberg gut geht oder nicht.
Ich weiß, Herr Dr. Risthaus, sie werden diese Punkte bedenken, und uns nachreichen. Einem katholischen Bürgermeister wird dies Herzenswunsch sein, oder?

Wie geht’s Ascheberg?
Wie der Monatsbericht 12-17 unseres Landrates Dr. Pellengahr zeigt, ist 2017 im Kreis Coesfeld Ascheberg Gemeinde größter Zunahme an SBG II-Empfängern.
Nur 11 Mitmenschen gelang es aus SBG II in den ersten Arbeitsmarkt zu migrieren:
schlecht, ganz schlecht ist das.

Na klar, liegt das auch an den Mitmenschen, die aus der Fremde kamen und bei uns Hilfe suchen. Papst Franziskus mahnt:
«Wir müssen die Flüchtlinge aufnehmen, weil das ein Gebot der Bibel ist.»
Er lädt ein, «Gesetzgebungen über die Migration zu überdenken, damit sie – in der Achtung der wechselseitigen Pflichten und Verantwortungen – von Aufnahmebereitschaft geprägt sind und die Integration von Migranten vereinfachen können». Die Geflohenen seien «unsere privilegierten Lehrer für das Verstehen, wer Gott ist, denn sie demaskieren unseren Egoismus, unser falsches Sicherheitsbedürfnis, unsere Selbstgenügsamkeit, und sie führen uns zur Erfahrung der Nähe und Zärtlichkeit Gottes.»
Genau das gehört doch dazu, ob es Ascheberg gut geht oder nicht, ob Ascheberg gut ist oder nicht?

Sie sagen, Herr Dr. Risthaus: „Die Integration der Flücht-linge nun auch in den Arbeitsmarkt ist gut angelaufen.
Uns interessieren prozentuale Angaben:
Wie viel Prozent der Flüchtlinge haben bereits Arbeit und sind in den ersten Arbeitsmarkt integriert. Dabei interessieren nicht Straßen- und Friedhofskehrer. Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt sind kaum bekannt.
Bitte tragen Sie die Zahlen nach. Danke!
Noch was:
Ascheberg hat seine Flüchtlinge kaserniert, was psychosoziale Folgen bedingt, die Hassprediger auch in Ascheberg begünstigen.

Herr Dr. Risthaus, noch was anderes:
Wie viele Menschen gehen zur Tafel?
Sind es mehr oder weniger vor einem Jahr?
Und wie viele von diesen unseren Mitbürgern sind Rentner? Wie hat sich diese Zahl entwickelt?
Alte Menschen, die unsere Gesellschaft aufbauten und nach diesem langen Leben dann zur Tafel gehen müssen, sind für eine Gesellschaft beschämend, finden sie nicht auch?
«Es ist unerlässlich, neuen Formen von Armut und Hinfälligkeit – den Obdachlosen, den Drogenabhängigen, den Flüchtlingen, den eingeborenen Bevölkerungen, den immer mehr vereinsamten und verlassenen alten Menschen – unsere Aufmerksamkeit zu widmen.», mahnt Papst Franziskus.

Auch wenn es um den Klimawandel und die neuen Energien geht, steht Ascheberg bescheiden da.
Finden Sie das nicht, Herr Dr. Risthaus.
Wissen Sie noch, als es um die Flüchtlinge ging, traten Sie in der Tagesschau auf. Da wurde ich von Münchenern auf unseren Bürgermeister Herrn Dr. Risthaus angesprochen. Hätten Sie diese ihre Verbindungen nicht auch angesichts unserer Windenergieprobleme spielen lassen können? Ich weiß, sie hätten viele Gegenspieler in unserem Gemeinderat gehabt. Drei Parteien scheinen sich da einig.
Windenergie sei im Münsterland nicht rentabel, … na ja rentabler als Kohlekraft, Hammgas oder Kernenergie alle Male.
Und es sei doch völlig unklar, ob Windkraftwerke sich nicht negativ auf die Gesundheit der Menschen, besonders die der Epileptiker auswirke. … und der Infraschall erst einmal.
Nun, wenn diese Bedenken Sinn machen, warum kommen gerade diese Bedenkenträger dann mit ihrem PKW zu dieser Ratssitzung. Beim PKW sind die Irritationen und negativen Einflüsse auf die Umwelt und Gesundheit der Menschen längst wissenschaftlich untermauert, z.B. durch die NAROMI-Studie.
Unter Umständen handelt es sich ja bei diesen unseren Kollegen um Personen, die an allem etwas zu kritisieren oder zu meckern haben, die das Wiktionary umgangssprachlich auch als Heulsusen klassifiziert.
Ist Ascheberg das Dorf, in dem Heulsusen versuchen, die Energie der Zukunft auszubremsen.
Denen macht die Luftaufsicht eine echte Freude. Währenddessen rasselt in Lüdinghausen mit den neuen Anlagen die Stadtkasse.
Lüdinghausen geht es gut!

Und Ascheberg soll es damit gut gehen. Nee! Ascheberger müssen ihr Geld weiterhin unökologisch in Baugold anlegen, auf wachsende Bevölkerungszahlen spekulieren. Sie können immer noch nicht durch Windenergie langfristig, also über 20 Jahre mit
4 bis 5 % per anno eine gute Rendite erzielen.
Saerbeck geht es mit seinen Windenergieanlagen hervorragend.
Auch Ascheberg hätte dazu beste Chancen gehabt.

 

Der Bauausschuss beschloss:
Kein Extra-Geld für Ascheberg blüht!

Die hiesige Artenvielfalt ist aktuell bedroht.
In Laudato Si lesen wir: „Dass Menschen biologische Vielfalt in der göttlichen Schöpfung zerstören; dass Menschen die Unversehrtheit der Erde zerstören, indem sie Klimawandel verursachen, indem sie die Erde von ihren natürlichen Wäldern entblößen oder ihre Feuchtgebiete zerstören; dass Menschen anderen Menschen Schaden zufügen und sie krank machen, indem sie die Gewässer der Erde, ihren Boden und ihre Luft mit giftigen Substanzen verschmutzen – all das sind Sünden.
Aber nicht nur die Landwirtschaft, gleichfalls die im Einverständnis unserer Landwirte ständig wachsenden Neubaugebiete sind für die Artenvielfalt problematisch. Selbst die GroKo erkannte dies, und versucht die Versiegelung langfristig zu reduzieren. Zu dieser Langfristigkeit fällt uns nur ein: „Wer zu spät kommt, den straft das leben!“
… und Ascheberg kommt anscheinend noch später!
Artenvielfalt bildet ein ganz heikles Ascheberger Thema.
Wir zerstören die uns erhaltende und belebende Schöpfung, in nie da gewesener Geschwindigkeit, auch hier in Ascheberg. Fragen Sie da mal die Abundanz der Zeigerpflanzen nach Professor Heinz Ellenberg, dann wissen Sie, was jetzt los ist.

Und was kann die Gemeinde da tun?

Herr Bürgermeister, beschränken sie den Schnitt der Straßenrandvegetation auf den Spätsommer, und lassen sie das Schnittgut abfahren. Das dauert dann seine Zeit. Aber, ich als Agrarökologe garantiere Ihnen: nach spätestens 10 Jahren wird die biologische Vielfalt zurück kehren.
Das ist auf alle Fälle das, was Papst Franziskus sich von seinen Gläubigen erhofft:
der Schöpfung Gottes Nischen zu schaffen, und sei es nur ein Straßengraben.
Nehmen Sie bei der Herkulesstaude statt Glyphosat die Sense.
Die Nicht-Monsantos und die Schäfer wissen: 7 Jahre Einsatz von Schafbeweidung beseitigen die Herkulesstaude.
Nach einer Kartierung der Wuchsstellen bewirkt die Sense selbiges!

Wenn es um Artenvielfalt im Münsterland geht, muss natürlich insbesondere die Landwirtschaft erwähnt werden. Die Bauern haben es nicht leicht, in ihrem sozialdarwinistisch anmutenden Kampf des „Wachse oder Weiche“. Papst Franziskus unterstreicht in Laudato Si, dass die von der Landwirtschaft eingesetzten Agrotoxide die Schöpfung zerstören und zu ersetzen sind. Und dabei führt er nicht, so wie die Agrarlobby das immer tut, Paracelsus und seine Mäßigung des Giftes an.
Nein! Für Papst Franziskus ist Gift Gift. Und so wie Bischoff Felix dies am Sonntag predigte: hier in Ascheberg und bei jedem Einzelnen muss der Wandel anfangen.

Wir sind das Bistum, auf das Deutschland und die ganze Welt aus Anlass des Katholikentages ein Auge wirft. Das Motto des Kirchentages ist der Friede, den wir suchen sollen. Bischoff Felix erwähnt hier ganz besonders, den Frieden den wir auch mit der Umwelt und seinen Geschöpfen schließen sollen.
Die hiesigen Landwirte betonen, dass sie für die wachsende Weltbevölkerung produzieren. Röhring und BAYER sagen selbiges. Papst Franziskus hingegen betont hier die Bedeutung der Kleinbauern. Der Kleinbauern der Schwimmenden Gärten Mexicos, beispielsweise benötigt nicht einmal 40 m² um einen seiner Nachbarn das ganze Jahr über zu ernähren. In  Deutschland benötigen wir im Mittel über 2.500 m² um einen Menschen zu sättigen. Der Kleinbauer ist in dieser Hinsicht um über 50 mal effektiver, und Papst Franziskus weiß natürlich von dieser Wahrheit in Gottes Schöpfung. Auch unsere Landwirtschaftskammer in Münster suchte hierzu auf ihrem Europäischen Kongress zur nachhaltigen Landwirtschaft den Bioland-Betrieb Altfeld in Capelle auf. Er ist für die Kammer das Muster eines zukunftsfähigen Betriebes, und wer die Artenvielfalt auf diesem Betrieb sieht, der weiß, was es heißt Friede mit der Umwelt zu schließen. Dieser Friede fehlt in unserem Ascheberg. Aber natürlich mühen unsere Landwirte redlich, und viele stehen mit dem Rücken zur Wand. Was können sie denn tun? Zu allem Überfluss verweist jetzt auch die GroKo – und das heißt natürlich nicht Große Kohle – auf die Notwendigkeit der Landwirtschaft auch aus Klimagründen vermehrt ökologisch zu produzieren.
Unsere Landwirte können einem da Leid tun.
Eine Vegetarier- und Veganerwelle bei den Teenagern schwappt übers Land und kündigt den Einbruch des Fleischkonsumes in 10 Jahren an. Dies bleibt den Bauern verborgen. Stattdessen sorgen sie weiterhin dafür, dass für ihren Sojaschrot der Regenwald in Brasilien gerodet und Kinder in Argentinien vergiftet werden.  Wenn nun der Bauernführer auf die Chinesen als Abnehmer verweist, kommt mir das vor, wie bei diesen Leute die versuchen, den Holocaust mit Mao Tse Tong zu relativieren.
Nein Danke!
Das Soja rodet Regenwälder, vergiftet Kinder und ist zu allem Überfluss mit einer alle Grenzwerte übersteigenden Glyphosat-Belastung versehen. Das ist die gute Landwirtschaft in Ascheberg.
Ökologischen Landbau gibt es hier ja immer noch nicht.

Aber natürlich gibt es eine Lösung, oder wie Psalm 34 mit den Worten unseres Katholikentages sagt:
Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR und errettet sie aus all ihrer Not.
Herr Bürgermeister, helfen Sie den hiesigen Bauern und natürlich auch der hiesigen Artenvielfalt auf ihrem schweren Weg in die Zukunft:
Schauen Sie sich die Ökoregion Kaindorf an, wo mit der Humuslandwirtschaft ein Kleinod, ein Diamant an Artenvielfalt und Lebensmittel-Produktivität geschaffen wurde. Sie gibt ein leuchtendes Beispiel für Ascheberg und seine Landwirte.
Nehmen Sie das Geld, was die Gemeindekasse übrig hat, und senken Sie nicht die Steuern und Abgaben, und verfallen wir bei der Aula der Theodor-Fontane-Schule nicht in Größenwahn, sondern investieren Sie in die Zukunft Aschebergs:
nehmen Sie das Geld und gründen die Ökoregion Ascheberg.
Eine Ökoregion Ascheberg wird unser Dorf zu einem Touristenmagneten zu entwickeln und in jeder Hinsicht zukunftsfähig machen.

Sie sagen in ihrer Haushaltsrede zu unserem Dorf:
Ascheberg geht es gut!
Sie könnten aber auch sagen:
Da wo es nach Gülle riecht und die letzte Pflugfurch am Straßenschotter kratzt, da fühle ich mich zu Hause.
B90-Grüne hier in Ascheberg raten Ihnen:
Schaffen Sie ein ökologisches Ascheberg.
Schaffen Sie die Ökoregion Ascheberg, wo es im Frühjahr nach Blüten duftet – wie in den Wiesen und Weiden des zukunftsfähigen Betrieb Altfeld – und wo die Feldränder mit Blumen gesäumt sind.
Herr Dr. Risthaus, dann garantiere ich Ihnen nicht nur einen Auftritt in der Tagesschau, dann garantiere ich Ihnen eine Audienz bei Papst Franziskus.
Und dann können Sie wirklich sagen:
Ascheberg geht es gut!

26Jan

Wann wird das Thema Artenvielfalt im BPUA der Gemeinde Ascheberg endlich nachgeholt?

Artensterben sollte eigentlich ein TOP der BPUA-Sitzung, Gemeinde Ascheberg am 1. Februar 2018 sein.
Dies hätte Not getan, denn das Artensterben bedroht die Zukunft der Gemeinden im Münsterland noch mehr als es das Klimasterben tut.

Die im PLOS-one-Journal veröffentlichte Studie (Caspar A. Hallmann et al., 2017: More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas) alamierte Ludger Wobbe und seine hiesige CDU. Die Studie analysierte den Insektenbestand an verschiedenen Standorten in geschützten Lebensräumen. Darunter befanden sich 63 Analysen aus drei deutschen Bundesländern, u.a. auch NRW.
Die Autoren der Studie legen nahe, dass die industrielle Landwirtschaft mit ihrem Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln sowie einer ganzjährigen Bewirtschaftung der Standorte die zentrale Rolle in diesem massiven Rückgang der Artenvielfalt spielt, da es sich bei 94% der Standorte um Insellagen in einem Meer landwirtschaftlichen Anbaus handelt.
Rachel Carson hatte diesen Vorgang für die USA in ihrer populärwissenschaftlichen Abhandlung „Silent Spring“ bereits dargelegt. Nun also auch Europa …!

Frau Schulze-Föcking lag auf dem Coesfelder Bauerntag im Januar 2018 mit ihrem Anliegen, dass um den Erhalt der Artenvielfalt auch mal um die Bewohner Gemeinden und Städte zu kümmern müssten, und nicht nur immer um die Landwirte, absolut richtig:
der Artenvielfalt wäre weitaus am meisten gedient, wenn ab Morgen alle diese Mitmenschen bei ihrem Einkauf nur noch Lebensmittel aus nachhaltigem kontrollierten Landbau nachfragen würden.
Mit dieser von Einigen als provozierend empfundenen Aussage stehe ich übrigens in einer Reihe mit dem NABU, dem BUND, dem WWF
…. und last but not least Papst Franziskus!
In seiner Enzyklika Laudato Si vom Mai 2015 betont er, dass der umweltschonenden kleinbäuerlichen Landwirtschaft die Zukunft gehört.
Die kleinbäuerliche Landwirtschaft ernährt den Großteil der Weltbevölkerung! Mit 20% der Weltagrarfläche ernähren sie 2/3 der Weltbevölkerung. So versorgt beispielweise der Kleinbauer aus den Schwimmenden Gärten in Mexico, bei gleicher Fläche, mehr als 50 mal so viele Menschen wie der mit „modernsten Techniken“ wirtschaftende Landwirt aus dem Münsterland
(siehe hierzu Scheub et al. 2013, Terra Preta. sowie BMEL 2015, Agrarpolitischer Bericht der Bundesregierung).

Warum denn das?

Nun in seinem Anbausystem mit einer Unzahl von Kulturpflanzen (multiple cropping) befinden sich eine Unzahl von Habitaten, welche eine große Artenvielfalt beheimaten. Die verschiedenen Kulturpflanzen steigern bei angepasster Kombination ihre gegenseitigen Erträge und stärken ihren Bestand. Das Ergebnis übersteigt die Summe der Einzelkulturen. Demgegenüber müssen Monokulturen aufwendig durch chemische Hilfsmittel in ihren Erträgen gefördert werden. Diese Hilfsmittel wiederum schädigen die Artenvielfalt.
Das hat Papst Franziskus als eine Demut vor der Schöpfung und seiner Vielfalt betont.
Der Papst und seine göttliche Botschaft sind also auch eine echte Hoffnung für die Artenvielfalt. Und dies hoffentlich auch im Münsterland, und in Ascheberg.

Und wann wird dieses Thema endlich auch im BPUA-Ascheberg nachgeholt?
Den Katholiken im Gemeinderat sollte es eigentlich unter den Nägeln brennen ….

Abschließend sei hier noch die Deutsche Bischofskonferenz zitiert (aus Neuorientierung für eine nachhaltige Landwirtschaft):

Nachhaltige Landbewirtschaftung heißt konkret:
Die natürlichen Ressourcen und ihre Funktionsfähigkeit sollen dauerhaft für heutige und nachfolgende Generationen erhalten werden. Das bedeutet insbesondere, dass die Bodenfruchtbarkeit und die biologische Vielfalt erhalten bzw. verbessert, bereits eingetretene Schädigungen aufgearbeitet und nach Möglichkeit rückgängig gemacht werden müssen. Hier werden Zielkonflikte offensichtlich, die von allen Seiten die Bereitschaft zu Kompromissen sowie zur echten Auseinandersetzung mit den Erfordernissen der Nachhaltigkeit und ihre Anwendung verlangen. Diese ist auf Vernetzungen und Synergien zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Notwendigkeiten sowie auf globale und intergenerative Gerechtigkeit angelegt. So macht eine wirksame Bekämpfung der Armut für die 800 Millionen hungernden Menschen auf der Erde eine tiefgreifende Reform der globalen – wie ebenso auch unserer nationalen Agrarpolitik unumgänglich.

23Jan

Artenvielfalt in Ascheberg – das Projekt „Ascheberg blüht“

Eine wissenschaftliche Arbeit zeigte an, dass in Deutschland die Artenvielfalt insbesonders im Bereich der Mikrofauna zusammenbricht. Studien im Aussenbereich verifizierten dies. Diese wiederum war der Anlass, dass der Ascheberger CDU-Fraktionsführer Ludger Wobbe die Artenvielfalt zu einem TOP im Ascheberger Gemeinderat zu machen.
Die Gemeindeverwaltung gab die die Problematik des Themas zu bedenken:
die allermeisten Ascheberger wohnen im Dorf. Der überwiegende Teil der Artenvielfalt der Flora, Fauna und Mikrofauna hat ihr Habitat im Aussenbereich, in den Bauernschaften, dort wo die Bauern schafften oder schufen und immer noch schaffen. Und wie wir von Herrn Silkenböhmer erfuhren, sind die Bauern die edelsten Pfleger der Umwelt.
Auch Frau Ministerin Christiane Schulze Föcking untermauerte diese Sicht auf dem Coesfelder Bauerntag 2018:
die Bauern hätten ihre Pflicht getan. Jetzt seien auch die Dörfer und Städter dran …. .
Everything is alright, isn’t it!
Artenvielfalt scheint also das Thema einer relativ kleinen Berufsgruppe zu sein.
Und wenn die Studie korrekt ist und die CDU-Fraktion sich zurecht sorgt, läuft bei der bäuerlichen Pflege irgendetwas falsch. Sie scheint die Umwelt zu vernichten. Oder aber wir halten es mit Donald Trump und titulieren unsere Wissenschaft als eine chinesische Chimäre.
Aber kommen wir doch zunächst einmal zum Dorf:
Dort gibt es zwei Handelnde: die Gemeinde und die Kleingärtner.
Beim Teil der Gemeinde existieren drei Habitatstypen:
  • Straßenrandvegetation, die regelmäßig gemäht wird, was Artenreichtum senkt und Gräserdominanz fördert
  • Bauplatzvegetation, wo aktuell nicht bearbeitet wird, also auch kein Spätsommerschnitt, was aktuell das Jakobskreuzkraut in seiner Dominanz fördert, was dann wiederum über kurz oder lang zum Spritzmitteleinsatz führen wird, und was dann letztendlich Artenreichtum senkt.
    Se bon?
  • Frei- und Brachflächen, in der Regel ungepflegt, was wiederum den Artenreichtum stört.
    Für die Kreisverkehre wurde im Gemeinderat als proaktive Maßnahme vorgeschlagen, artenreiche Mischungen zu säen.
    Das macht zwar unser Dorf für den Tourismus attraktiver, aber mit Artenvielfalt …
    machen wir uns doch bitte nicht lächerlich!
    PS:
    in ganz Ascheberg käme nur EIN Kreisverkehr dazu in Frage, was weit weniger als 0,0001 % der Gemeindefläche wäre!!
Bleiben die Gärtner.
In den in aller Regel Beikraut-freien Beeten wachsen häufig exotische, also nicht einheimische Pflanzen. Sie werden regelmäßig eingefasst von grünen Rasen, der einmal wöchentlich
geschnitten wird.
Artenvielfalt geht anders

Soviel zum Dorf:
Aber das Dorf verfügt über weniger als 3% der gesamten Freifläche Aschebergs, kommt damit also nicht einmal in den von mir so genannten Flächen-Gemeinderat. Und wer Artenvielfalt an den Flächen der Kreisverkehre festmachen will, den sollten wir nicht Ernst nehmen.
Sonst würde uns niemand mehr Ernst nehmen!

Bleiben also die Bauernschaften mit Wald Ackerland und den Randstreifen, sowie den Weiden und dem Brachland.
Der Ascheberger Forst ist Nutzforst, und der ist wie alle Studien zeigen artenarm.
Im Wald bildet der Pilzreichtum eine Zeigerpflanze für Artenvielfalt. Um reichlich Pilze zu sammeln, geht der Mitbürger besser in die Wälder der Nachbar-Gemeinden.
Zu Aschebergs Ackerland passt das Lied: ”Sag mir wo die Blumen sind. Wo sind sie geblieben?”
Flora und Fauna wurden tot gespritzt, oder mit der Güllelandwirtschaft überdüngt. Und Überdüngung, also 170 kg N allein durch Gülle killt jede Artenvielfalt.
Auch die Randstreifen finden sich komplett überdüngt, was allein ihr Gräserreichtum zeigt.
Gleiches gilt für Ackerrandstreifen:  im 2. Jahr, spätestens im 3. Jahr wächst auf ihnen nur noch Gras.
Auch die Weiden finden sich völlig überdüngt, so dass auf ihnen höchstens noch der Löwenzahn blüht. Löwenzahn gilt aber als die Zeigerpflanze für stickreiche Böden und damit für eine geringe Artenvielfalt.
Zu guter Letzt bleibt das Brachland, was da sind zum einen die Naturschutzreservate und zum anderen die Lärmschutzwälle.
Naturreservate gibt es in relevanter Größe eigentlich nur in Davensberg. Davensberg ist Aschebergs Heim der Artenvielfalt. Da liegen die Emmerbachaue und die Feuchtwiesen der NABU. Hier  existiert wirklich Artenreichtum, oder er wird existieren. Das wird ein Touristenmagnet Aschebergs werden.
Zum anderen reden wir von den Lärmschuzwällen, die bei richtiger Planung und Pflege ein Kleinod der Artenvielfalt sind.
Bei Lärmschuzwälle handelt es sich um Trockenhabitate auf nährstoffarmen Böden, und die sind wie wir wissen, beste Standorte für Artenreichtum.
Aber sowohl gegen Lärmschuzwälle als auch gegen das NABU-Naturreservat haben sowohl Landwirtschaft als auch die Gemeinde Ascheberg bisher ihre Einwände zum Ausdruck gebracht.
Vielleicht ändert das Bewusstsein um die Bedeutung der Artenvielfalt ja diese Abschätzungen.
Ascheberger Lärmschuzwälle wurden noch vor nicht zu langer Zeit kostengünstig verkauft.
Da hätte die Gemeinde leider ihre Chance gehabt, Artenvielfalt auf ihrem Gebiet in ihre Hand und Pflege zu bringen.
Zu spät! Schade … .
Die Gemeinde hat diese große Chance Artenvielfalt zu fördern verpasst.
Es bleiben ihre Freiflächen, die sie angepasst wachsen lässt, und die sie anschließend geeignet pflegen muss, wie dies zum Beispiel auf den Davensberger Emmerbachauen durch die Schafbeweidung geschehen wird.

…. und am Ende dieser Abhandlung zu Artenvielfalt in Ascheberg:
was kann denn der einzelne Ascheberger Mitbürger tun, um Artenvielfalt zu fördern?
Zunächst kann er durch sein Kaufverhalten, die Artenvielfalt fördern!
Biologischer Anbau fördert Artenvielfalt.
Die Landwirtschaftskammer NRW in Münster wählte im Sommer 2017 einen Biolandbetrieb in Capelle, Nordkirchen als Vorzeigeobjekt der “zukunftsfähigen Landwirtschaft im Münsterlandes”.
Die stellte ihn als solchen landwirtschaftlichen Beratern und Wissenschaftlern aus 12 Ländern Europas vor. Diese hatten zuvor eine Wochen über die Zukunft der Landwirtschaft diskutiert
(IALB-Eufras-Konferenz, 2017:
https://www.ialb.org/phocadownload/Aktuelles/IALB_Tagung_2017/2017-06-19-1ialb-ablauf.pdf,
http://www.landwirtschaftskammer.de/ialb2017/pdf/ialb-2017-tagungsablauf-de.pdf).
Der vorgestellte Betrieb hat die artenreichsten Flächen der gesamten Region. Dieser Bioland-Betrieb wurde von den Projektteilnehmern als vorbildliche Form der Landwirtschaft eingestuft.
Siehe hierzu auch der RN-Artikel vom 23. Juni 2017:
Landwirtschaftskammer Münster wählt internationalen Vorzeigebetrieb in Nordkirchen
>http://gruene-ascheberg.org/wp-admin/post.php?post=864&action=edit<

Der Mitbürger entscheidet also an der Ladenkasse, oder im direkten Gespräch mit den Landwirten, zum Beispiel auf der Kirmes oder beim Schützenfest. Für die einzelnen Landwirte ist die Umstellung ihres Betriebes eine Entscheidung, die eine Zukunft des Hofes in Frage stellt. Sie erfordert enormen Mut. Wir Ascheberger können den Bauern dabei helfen, ihn unterstützen.
Lassen wir uns da nicht lumpen, werden wir tätig.
Unterstützen wir unsere Bauern in dieser schweren Stunde ihres „Bauern schaffen!“ mit guten Ideen.
So zeigt zum Beispiel die solidarische Landwirtschaft
>https://makecsa.org/wie_funktioniert_CSA<
einen Leitfaden, den Verbraucher und Bauern gemeinsam zu einer verantwortungsbewussten Landwirtschaft gehen können.

Nur Mut!

03Dez

Glyphosat lokal verbieten?!

Die lokale Diskussion zum Erhalt der Artenvielfalt in Ascheberg rückte Glyphosat-haltige Herbizide und ihren Einsatz in Landwirtschaft, Gemeinde und Privatgärten in einem symbolischen Mittelpunkt.

Dieses Pflanzengift steht für eine vollständig industrialisierte Landwirtschaft, die nur auf Effizienz setzt und der die Gesundheit der Mitbürger diesbezüglich gleichgültig zu sein scheint.
Mit Glyphosat handelt es sich um das weltweit und in Deutschland, also wohl auch in Ascheberg meist gespritzte Pestizid. Die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation hat es als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft. Zudem trägt Glyphosat maßgeblich zum katastrophalen Artensterben in der Agrarlandschaft und in privaten Gärten bei.

Daher beantragt B’90-Grüne-OV Ascheberg, dass der Gemeinderat Ascheberg auf seiner nächsten Sitzung am 12. Dezember 2017 ein Moratorium gegen den Einsatz von Glyphosat in unserer Gemeinde ausspricht.
Diese Art gemeindlichen Einvernehmens war bereits bei der parteiübergreifenden Initiative gegen das Gasbohren in Herbern erfolgreich.

Dieses Moratorium wird durch folgende Beschlüsse untermauert

  • dem Bauamt Ascheberg wird der Einsatz von Glyphosat ab sofort untersagt. Noch bestehende Restbestände werden umgehend der dafür vorgesehenen Sondermüllentsorgung zugeführt
  • alle Mitbürger unserer Gemeinde sind in besonderen Informationen, was da sind Auslage von Flyern, Zeitungsannoncen, und Stellwände an zentralen Standorten auf die Gefahr durch die Glyphosat-Mittel hinzuweisen. Vorlagen dazu, also auch für die Stellwände sind aus dem Internet zu entnehmen, und bei den zuständigen Organisationen (BUND, Foodwatch, NABU, Greenpeace, etc.pp.) um ihre Nutzung nachzufragen.
03Dez

Jetzt die Artenvielfalt absichern!

Der BPUA Ascheberg beschloss die nächste Sitzung dem Thema „Blühendes Ascheberg“ mit Schwerpunkt Artenvielfalt in Ascheberg zu widmen.
Dazu konnte der Agraringenieur Schwerpunkte Ökologie und Internationale Entwicklung sowie B’90-Grüne Hubertus Beckmann zwei Sachverständige gewinnen:

Herr Kristian Lilje (ehemals Mantel, NABU-Naturschutzstation Münsterland, Haus Heidhorn, Westfalenstr. 490, Münster) nahm nicht nur an einem 3-jährigen Bundesprojekt zur Bestandsaufnahme der Artenvielfalt im Münsterland teil, sondern besitzt als Ingenieur der Landschaftsentwicklung für Weidelandschaften, Landwirtschaft, Flächenbetreuung, Ornithologie und Artenschutz eine hervorragende thematische Kompetenz, auf die der BPUA nicht verzichten sollte.

Desweiteren gab der in Ascheberg wohnhafte Imkermeister der Landwirtschaftskammer Münster Herr Holger Kretschmar seine Zusage. Er würde Auskunft zur Bedeutung der Insekten für Artenvielfalt und Ökologie geben. Außerdem besitzt er fundierte Kenntnis zu Fördermöglichkeiten für Gemeinde und Landwirtschaft. Gerade die Landwirtschaft besitzt eine ganz besondere Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt in unserer Gemeinde, wie im Überblick nicht nur zahlreiche wissenschaftliche Studien wie z.B. von der OECD-Deutschland belegen, sondern auch jeder langjährig erfahrene Ascheberger Spaziergänger berichten kann.

Von Herrn Lilje und Herrn Kretschmar würden die BPUA-Mandatsträger und interessierte Bürger mehr über Zustand der regionalen Artenvielfalt sowie den Optionen zu ihrem Erhalt erfahren.
Daher regen wir an, diese Mögichkeit nicht ungenutzt zu lassen.

28Nov

Freiheit statt CSU!?


Die CSU zeigte einmal wieder beeindruckend, wieviel sie von demokratischen Prinzipien hält:
NICHTS!

Trotz aller Absprachen innerhalb einer vom Wähler gestützten Koalition von CDU, CSU und SPD setzt die CSU ihren hofeigenen Willen und den Willen der Lobbyisten durch:
die Landwirte bekommen die Genehmigung, mit Glyphosat unsere Umwelt für weitere 5 Jahre unsere Umwelt zu vergasen!

Dabei werden die Landwirte sich selber am meisten schaden, da Glyphosat das Mikroleben auf denen von ihnen genutzten Äckern zerstört. Das wird langfristig die Nachhaltigkeit der Erträge schädigen.

Zur wissenschaftlichen Begründung der Entscheidung übernahm die CSU nahtlos die Argumente von Monsantos. Dabei hatte Monsantos bereits bei den Prozessen um die Folgen des Vietnam-Giftes Agent Orange gezeigt, wozu wissenschaftliche Aussagen verfälscht werden:
zum Schaden der Menschen.
… und darüber hinaus steht die Aussage der CSU, Herr Minister Schmidt habe als Kompensation für seine Zustimmung zur Glyphosat-Nutzung Massnahmen zur Wahrung der Biodiversität eingefordert.
Dabei gibt es doch keinen schlimmeren Umweltzerstörer als dieses Gift, keine größere Gefahr für das Fortbestehen der Menschheit, denn dies Gift zerstört unserer Umwelt weltweit.

Wissenschaftliche Studien indentifizierten eine lange und wachsende Liste von menschlichen Krankheiten, die im unmittelbaren Zusammenhang mit chronischer Glyphosat-Vergiftung stehen:
Autismus, Alzheimer, Parkinson, Angststörungen, Depressionen, gewalttätiges Verhalten, Nierenversagen, Diabetes, Fettleibigkeit, Schilddrüsenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, bösartige Lymphome, Unfruchtbarkeit, Zöliakie, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, etc.pp. (nach Zahlen aus US Regierungsquellen).

Die Universität Leipzig untersuchte im Dezember 2011 das Urin von Menschen, die außer der Ernährung nichts mit der Landwirtschaft zu tun hatten:
in ALLEN Urinproben wurde Glyphosat nachgewiesen mit Werten von 0,5 bis 2 ng Glyphosat pro ml Urin. Der Trinkwassergrenzwert liegt bei 0,1 ng/ml.
In Brandenburg wurde auf Initiative eines Imkers sein Honig untersucht.
Der gefundene Wert überstieg die erlaubte Höchstmenge von 50 ng je mg (= 50 mg je kg) um mehr als das hundertfache.

Eigentlich sollten in einer Demokratie Verbraucher- und Wählerschutz den Vorrang haben. Für die CSU hat Lobbyschutz Vorrang.
Der Wähler wird als Placebo genutzt und in die Irre geführt, um diese Politik zu rechtfertigen.
Kennen wir das nicht?
Seien wir wachsam!
Die Erinnerung an die Folgen sollte nicht verblassen.

13Nov

Grüne Kreis Coesfeld zum Insektensterben: Nicht nur die Bauern sind schuld – wir alle müssen unser Verhalten ändern!

Das Insektensterben ist also nun offiziell. Ale Zeitungen und Medien – AZ, FAZ, Zeit, Stern und sogar die Bild haben in den letzten Wochen darüber berichtet. Seit 1989 ist die Biomasse der Insekten um mehr als 75% zurückgegangen und das hat bereits Folgen. Insekten sind nicht nur die wichtigsten Pflanzenbestäuber, sondern regulieren auch Schädlinge und dienen zahlreichen anderen Arten als Futter. Weniger Insekten bedeuten deshalb weniger Fische, Frösche, Eidechsen, Vögel und Säugetiere. Und so droht gerade unser gesamtes Ökosystem zusammenzubrechen. Ein Schuldiger wurde in den Medien schnell gefunden: Die konventionelle immer intensiver gewordene Landwirtschaft mit ihren Spritzmitteln und stark gedüngten Flächen, die unter dem Druck der Globalisierung günstige Lebensmittel produzieren soll.

 

„Es mag zwar viele wundern, dass wir hier die konventionelle Landwirtschaft unterstützen, aber so einfach ist es nicht“, so Dr. Anne-Monika Spallek, Sprecherin der Grünen im Kreis Coesfeld. „Eine einseitige Schuldzuweisung auf die Landwirtschaft ist uns zu billig. Damit stiehlt sich der Verbraucher und die Politik viel zu einfach aus der Verantwortung.“

 

Wir alle – der private Bürger und auch alle Organisationen/Verbände, die Kommunen und Kreise, die Wirtschaft, die Kirchen und die Politik –  sind als Eigentümer/Nutzer/Verpächter von Flächen auch Mitverursacher des Artensterbens. Denn entweder sind die Flächen versiegelt (Parkplätze, Häuser, Gewerbegebiete, Straßen, uvm) oder es sind ordentlich gestaltete Gärten und Grünflächen mit nicht heimischen Pflanzen oder gar Kiesgärten, die ebenso wenig Lebensraum für die heimische Tierwelt darstellen.

 

Aber vor allem sind wir über unser Konsum- und Wegwerfverhalten sowie unserer Gier nach billigen Lebensmitteln und unserem Mobilitätsverhalten Mitverursacher dieses Aussterbens. Wir verursachen in Deutschland mit Straßen-, Siedlungen und Gewerbegebieten einen Flächenverbrauch von 66ha (ca. 94 Fußballfelder) am Tag. Zudem wollen wir es sauber und ordentlich in der Landschaft  und dann wundern wir uns noch, dass die heimische Tier- und Pflanzenwelt verschwindet?

 

„Im Gegensatz zu den Landwirten“, so Spallek, „sehen wir aber nicht, dass wir, bevor wir Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt ergreifen, zuerst noch viele detaillierte Studien zur Ursachenforschung brauchen. Das muss parallel erfolgen. Denn die Forscher sind sich einig, da wo naturnaher und ökologischer gewirtschaftet wird, geht es der Tierwelt wesentlich besser.“

 

Wir Grünen im Kreis Coesfeld fordern daher: „Wir müssen gemeinsam und auch jeder einzelne für sich sofort Maßnahmen gegen den Artenschwund ergreifen. Wir fordern eine naturnahe/ ökologischere Gestaltung und Bewirtschaftung bei allen Flächen und von allen Flächenbesitzern – bei den Privatgärten genauso wie bei den Grünflächen der Kirchen, im Gewerbegebiet oder der Kommune sowie in der Landwirtschaft.

Das heißt, wir brauchen eine ökologischere Grünflächen-/Randstreifengestaltung und -pflege in den Kommunen mit Obstbäumen, heimischen Hecken oder Wildpflanzen anstatt ständigem Mulchen von Rasenflächen und ebenso eine naturnahe Gartengestaltung in Siedlungen und Gewerbegebieten. Wir benötigen ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln im Privatbereich und eine Reduktion deren Anwendung in der Landwirtschaft. Dazu muss der Anbau von Wildpflanzen anstelle von Mais für Biogasanlagen sofort ausgeweitet werden und die Förderung von naturverträglichen Anbaumethoden in der Landwirtschaft ausgebaut werden. Und am Wichtigsten und alternativlos: Wir brauchen eine konsequente Begrenzung der Versiegelung.“

29Okt

… und immer noch heizen sie durch die Sandstraße

Die Ascheberger Sandstraße bildet den zentralen Ort für das Leben in unserem Dorf.
An ihrem Bordstein liegt der Kirchenturm mit dem Kirchplatz, die reizesten Cáfes des Ortes, der Friedhof, etc.pp.
Der Verkehr nimmt ihr jedoch jedlichen Charme.

Was bietet denn dann Ascheberg noch?
Bald werden wir durch ein neues Einkaufszentrum zum regionalen Supermarkt.
Die Attraktivität wird sich dann allein auf den Konsum beschränken.

Eine verkehrsberuhigte Sandstraße aber, unter dem Symbol einer Spielstraße würde mit der Atmosphäre einer Cafe-Straße.
So manchen Schnellfahrer, der zeigt was sein Wagen kann, gilt es damit zur Raisson zu bringen. Dann müssten auch die über 100 Kinder, welche die Sandstraße jeden als Schulweg nutzen, nicht mehr um ihr Leben fürchten.
Dem ganzen Dorf würde so ein ganz neuer, charmanterer Geist eingehaucht.

23Okt

EU gegen Zulassung von Glyphosat: B’90-Grüne, OV Ascheberg ruft zur Aktion auf

Der Umweltausschuss des Europaparlaments hat mit großer Mehrheit (39:9:10 Stimmen) dagegen gestimmt, die Zulassung des umstrittenen Pflanzenvernichtungsmittels Glyphosat zu verlängern. Die Mehrheit kam zustande durch die Stimmen von Sozialdemokraten, Grünen, Linken und einem Teil der Liberalen. Nächste Woche wird das Europaparlament im Plenum über die Resolution votieren. Damit steigt der Druck auf die Mitgliedsländer, die Genehmigung für Glyphosat endgültig auslaufen zu lassen. Hier kommt es vor allem auf die deutsche Bundesregierung an, die kritische Haltung von Frankreich und Italien zu unterstützen.

Um den Druck der Zivilgesellschaft auf die Politik zu erhöhen, ruft B’90-Grüne OV Ascheberg zusammen mit vielen anderen zum Unterzeichnen einer Online-Petition an das EU-Parlament auf:
www.change.org/glyphosat.
Initiatoren dieser Initiative sind u.a. die Grünen EU-Abgeordnete Sven Giegold und Thomas Häusling.

Die Grüne Fraktion im EU-Parlament hat eine neue Studie zu Glyphosat veröffentlicht. Sie belegt die Gefährlichkeit des Gifts für die Natur und Mensch und zeigt Alternativen zu dem Ackergift:
https://www.greens-efa.eu/files/doc/docs/ab61fee42c3217963d3a43bd1c4b1e09.pdf

18Okt

PIK-Vorgabe für die Koalitionsgespräche

Der Klimawandel wird eine der Bedeutendsten, wenn nicht gar die Bedeutendste politische Aufgabe für den Rest dieses Jahrhunderts darstellen.
Pünktlich zum Beginn der Jamaika-Verhandlungen äußerte sich im Deutschlandfunk, der Wissenschaftler Dr. Stefan Rahmstorf, Ozeanograph und Klimatologe des Institutes für Klimafolgenforschung in Potsdam (PIK):
Die Grundannahme für seine Aussage ist, dass die Rechte auf CO2-Ausstoss für alle Menschen auf diesem Planeten gleichhoch sind, was heisst, dass alle Menschen das gleiche Emissionsbudget haben. Desweiteren geht er bei seinen Annahmen für Deutschland von einer linearen Abnahme des CO2-Ausstosses aus.
Unter diesen beiden Annahmen muss Deutschland den Berechnungen des PIK folgend ab 2036 klimaneutral arbeiten.
Das bedeutet also, dass Deutschland 2017 5% weniger CO2 emittiert wie 2016, 2018 5% weniger wie 2017, 2019 5% weniger wie 2018, etc.pp.
Auf die Realisierung dieser Leitlinie müssen sich die Parteien bei den Koalitionsgesprächen konzentrieren.

… oder die Politiker halten es wie Donald Trump und erklären wissenschaftliche Ergebnisse für eine Erfindung der Chinesen … !

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