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10Jan

Ausländerfeindliche Gewalt jetzt auch in Ascheberg

In der Nacht zum Samstag kam mit dem Brandanschlag auf das Asylbewerberheim, Bultenstraße, Ascheberg die ausländerfeindliche Gewalt auch nach Ascheberg.
Dank der schützenden Aufmerksamkeit unserer Polizei kam niemand zu Schaden.
Gott sei Dank!
Aber es handelt sich hier um ein Verbrechen, dass mit aller Härte verfolgt und geahndet werden muss. Sollte dieser kriminelle Akt von Dritten animiert worden sein, haben wir es unter Umständen darüber hinaus mit der Aktion einer kriminellen Vereinigung zu tun.
Wir wünschen dem Verfassungsschutz Erfolg bei der Aufklärung dieses Verbrechens.
Gleichzeitig hoffen wir, dass Politiker den Wechsel ihrer Attitude besser kontrollieren. Auch wenn wir jetzt eine Willkommenskultur nicht mehr pflegen, müssen diese ersten Auswüchse einer Selbstjustiz von Politiker aller demokratischen Parteien in ihren öffentlichen Äußerungen zurückgewiesen werden.
Jeder Mensch, also auch politische Flüchtlinge verdienen den Schutz unserer Gesellschaft gegen Verbrechen. Verbrecher gilt es zu verfolgen und nach unserem Recht zu bestrafen. Dies ist die Grundlage für das friedliche Zusammenleben aller Menschen in unserer demokratischen Gesellschaft.

09Jan

Ein neues Jagdrecht

Die NRW Landesregierung schlug in dieser Wahlperiode eine Änderung des Jagdgesetzes vor. Im Mai 2015  ist das neue Ökologische Jagdgesetz für Nordrhein-Westfalen (ÖJG) in Kraft getreten. Insbesondere den Jägern stieß diese Gesetzesänderung sehr bitter auf, da sie ein althergebrachtes Jagdrecht zu Unrecht verändert sahen. Auf der anderen Seite konnte auch der Naturschutzbund Deutschland mit den vorgegebenen Maßnahmen nicht zufrieden sein. NABU weist darauf hin, dass „die Jagd in ihrer heutigen Form vom Naturschutz, vom Tierschutz und großen Teilen der Öffentlichkeit zunehmend kritisch gesehen wird. Sowohl bestimmte Formen der Jagdpraxis als auch derzeit gültige jagdrechtliche Bestimmungen sind nicht mehr zeitgemäß, weil sie ökologische und ethische Gesichtspunkte nur ungenügend berücksichtigen.
B’90-Grüne OV Ascheberg geben hier, eine Stellungnahme ab, die agrarökologische Gesichtspunkte am Agrarstandortes Ascheberg berücksichtigt.

Zweifelsohne veränderte sich die Umwelt, in der sich unsere Jäger um die Wildtiere unserer Heimat kümmern enorm. War bei Verabschiedung des alten Jagdgesetzes noch eine kleinstrukturierte Agrarlandschaft mit einer Vielzahl von Habitaten gegeben, hat demgegenüber eine agrarindustrielle Herangehensweise an die Lebensmittelproduktion nicht nur die Erntesicherheit erhöht, sondern auch die agrarökologische Vielfalt drastisch reduziert. Noch in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts waren Flächen von 10 Morgen ein großer Schlag: 2,5 ha ist heute ein unwirtschaftlich kleiner Acker. Bevorzugte Anbaukultur ist die subtropische Pflanze Mais, generell wird mit Gülle gedüngt und mit Pflanzenschuztmitteln gepflegt, Randstreifen und nährstoffarme Wildäcker verschwanden. Dementsprechend ging die Anzahl artenreicher Habitate drastisch zurück.

Aber auch die soziokulturelle Struktur unserer Gesellschaft hat sich seit dem 19. Jahrhundert drastisch verändert. Damals bildete die Jagd das Freizeitvergnügen der Oberschicht: Industrielle und Großgrundbesitzer konnten sich diesen Luxus leisten. Waldbesitz befand sich in den Händen einer Oberschicht, die dann auch diese Jagd ausüben durften.
Heute, im Zeitalter der Demokratie hat sich diese alte gesellschaftliche Struktur zum Wohle aller verändert.

Daher scheint es nicht ganz falsch, auch diese althergebrachten auf ökologisch sozialen Gegebenheiten basierenden Gesetze im Umgang mit der freien Natur zu verändern.
Allerdings erregten diese Veränderungen besonders bei den zuvor angesprochenen Gesellschaftsgruppen, den Jägern und der NABU, größtes Missfallen:
die Jäger sahen althergebrachte Rechte von einer neidvollen Gesellschaft beschnitten, und auf ökologische Ahnungslosigkeit fundierte Gesetze in die Natur gebracht, Zweitere sahen ökologische Prinzipien übergangen. Wir haben hier es also mit 3 Gruppen zu tun, die über die Gesetze zu unserer Umwelt diskutieren:
Jäger, Ökologen und Landwirte.

Natürlich hätten wir uns weitere Verbesserungen gewünscht“, erklärte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW zu dem neuen Jagdrecht.
So habe der NABU beispielsweise gefordert, das nun weiterhin zulässige Schießen in Vogelschwärme zu untersagen und die Liste der jagdbaren Arten bis auf zwölf Arten noch stärker zu kürzen.
Der NABU erkenne aber das Bemühen der Landesregierung an, hier einen Ausgleich der Interessen herbeizuführen

 

Gehen wir auf einzelne vieldiskutierte Argumente ein:

Das am häufigsten erwähnte Argument ist das Verbot freilaufende Katzen zu schießen. Ihnen wird entgegengehalten, dass sich Katzen enorm vermehrt hätten, und insbesondere dass sie Vogelnester räubern.

Beides ist zweifelsohne richtig. Katzen greifen Ihnen zugänglich Vögel an, und alle Vögel verdienen den Schutz unserer Jäger.
Jedoch wurde auch festgestellt, dass Jäger den Unterschied zwischen Wildkatze und Hauskatze nicht realisieren konnten – zumindest auf Fotografien. Wildkatzen stehen unter Naturschutz und werden ganzjährig geschont. Natürlich hat die Anzahl der Katzen in unserer Gesellschaft zugenommen. Jedoch liegt dies nicht an den Katzen in unserer freien Natur, die auf den Bauernhöfen zu Hause sind. Vor allem in den Wohngebieten gibt es seit über 20 Jahren mehr und mehr Katzen, die als Haustiere gehalten werden, und in Wohngebieten ist den Jägern die Jagd strengstens verboten. Katzen auf Bauernhöfen werden fast alle kastriert, um unkontrollierte Vermehrung bzw. das überaus tierfeindlich Töten der Jungkatzen zu verhindern. Kastrierte Katzen haben aber einen geringeren Jagdtrieb, jagen also weniger Vögel. Also ging in der freien Natur das Problem der räubernden Wildkatzen zurück. Die Katzen, die verbleiben, leben von den Ratten und Mäusen eines jeden Bauernhofes. Der umweltbewusste Jäger sollte darum eigentlich dankbar um jede verbleibende Katze sein, da sie verhindert, dass Gifte gegen Ratten und Mäuse eingesetzt werden. Diese Gifte führen nämlich auch zur Vergiftung von Vögel, die sich an vergifteten Ratten und Mäusen vergreifen. Hier sei der im letzten Jahr in Ascheberg-Herbern vergiftet aufgefundene Rotmilan genannt. Ein mehr an Katzen hätte die Ungezieferplage auf dem Bauernhof kontrolliert und diese Vergiftung unter Umständen verhindert.
Der NABU lehnt es aus tierschutzrechtlichen Gründen ab, dass Katzen, nur weil sie sich 200 Meter vom nächsten Haus entfernt befinden, erschossen werden dürfen. Ein Abschuss ist nur dann gerechtfertigt, wenn die Katze eindeutig wildert, was zu belegen wäre und darüber hinaus eine Kontaktaufnahme mit dem Besitzer nicht möglich ist„.
§25 des Landesjagdgesetzes befugt jagdschutzberechtigte Personen, wildernde Katzen abzuschießen. Als wildernd gelten dabei in Nordrhein-Westfalen Katzen, die im Jagdbezirk in einer Entfernung von mehr als 200 m vom nächsten Haus angetroffen werden. Diese Befugnis erstreckt sich nicht auf Katzen, die in Fallen gefangen wurden, es sei denn, ihre unverzügliche Tötung ist aus Gründen des Tierschutzes geboten.

Auch ein Abschuss von wildernden Hunden ist zulässig, wenn der Hund Wildtiere verfolgt, sich in der Lage befindet, das Wildtier zu reißen und mildere Maßnahmen, wie das Einfangen des Hundes keinen Erfolg versprechen.

Einschränkungen bringt das Gesetz für die Ausbildung der Jagdhunde mit sich. Bei dieser Ausbildung ist der Einsatz von Flügel beschnittenen Enten untersagt, da dies auf widerlichste Weise zur Qual des Tieres beiträgt. Und wir wissen, dass der ökologisch bewusste Jäger die Tierqual gleichfalls ablehnt. Für die Ausbildung und Prüfung Lebendes Wasserwild dürfen nur flugfähige Stockenten eingesetzt werden.
Auch eine Ausbildung von Hunden unmittelbar am noch lebenden Fuchs ist nach der neuen Regelung verboten. Es ist untersagt, dass sich ein noch ungeübter Hund sich am lebenden Wildtier „versucht“.

Von Seiten des NABU wird dem Jagdgesetz vorgeworfen, dass sie die Landwirtschaft in ihrer Praxis nicht einschränkt und so eine Vermehrung von Bodenbrütern wie dem Kiebitz nicht fördert. Zweifelsohne führt die landwirtschaftliche Praxis mit dem dominierenden Anbau von Mais als Schweine- und Rinderfutter sowie als Rohstoff für Biogasanlagen zur enormen Vermehrung des Schwarzwildes –Wildschweine lieben den Mais zur Ernährung der Frischlinge. In den Wintermonaten überleben sie aufgrund einer reichlichen Eicheltracht, oder eben aufgrund der verbreiteten Kirrungen durch die Jäger. Im Frühjahr und Frühsommer kommt es für das Schwarzwild dann zu einer Futterknappheit, die sie durch das Aufstöbern der Nester von Bodenbrütern überbrücken. Neu ist auch das Verbot der Jagdausübung 300 m um jeweilige Wildunter- und überführungen sowie Grünbrücken.

Desweiteren merkt NABU an, dass insbesondere Rot- und Rehwild reichlich vorhanden sind, wie insbesondere reichlich vorhandene Fraßspuren am Wurzelansatz der Bäume im Wald aufzeigen. Hier müssen Jäger aktiv werden. Vor über 30 Jahren existierte noch der klassische Jäger, der seine Freude an der Beobachtung des Wildtieres fand. Mehr und mehr breitete sich danach die Trophäenjagd aus, die den Wert der Jagd am erlegtem Wild festmachte. Das führte dazu, dass in den Zeiten der Jagd regelmäßig vom Hochsitz aus geschossen und nicht beobachtet wurde. Das intelligente Wild legte also seine Fraßzeiten außerhalb des Waldes von den Abend- auf die Nachtstunden um, d.h. wer nachts um 3:00 zur Arbeit fährt, wird reichlich Schwarz- und Rehwild sehen. Gleichzeitig wurden in den Abendstunden Fraßquellen in den Wäldern, die eben die Baumrinde genutzt.

Die erwartete Rückkehr des Wolfes den Jagdkalender durcheinanderbringen, da dieser intelligente Prädator spontan auftritt, und den Tagesablauf des Jagdwildes alteriert. Dann werden die ausgelegten „Jagduhren“ der Jäger nicht mehr funktionieren. Der aus Leidenschaft beobachtende Jäger, der Wild gerne beobachtet, hätte mit der Rückkehr des Wolfes kein Problem. Der Trophäenjäger, dessen Zeit begrenzt ist, und der effizient Wild erlegen will, hat seine Probleme mit der Rückkehr des Wolfes.
Übrigens kam es in den vergangenen 10 Jahren bei der Begegnung Wolf-Mensch weltweit zu drei Verletzungs-Zwischenfällen, von denen allerdings keiner tödlich bzw. lebensgefährlich ausging.

Die Fuchsjagd: Jungfüchse dürfen ganzjährig bejagt werden. Natürlich dürfen Fuchsbauten nicht zerstört werden, da sie das zu Hause der Füchse sind. Ansonsten rotten wir diesen uralten Jäger unserer Heimat aus. Fuchsjagd bedarf des das Wildtier überraschenden Jägers, des Jägers, der Zeit hat für seine Jagd.

Das Verwenden bleihaltiger Munition ist aus verständlichen Gründen ebenfalls verboten worden. Blei ist ein Umweltgift.

Die Landwirtschaft wird im neuen Jagdrecht mit seinen Auswirkungen auf das Wild nur bedingt betroffen. Allerdings versucht erkennbar, eine zunehmende Anzahl von Landwirten ihrer Verpflichtung für eine ökologisch ausgeglichenere Umwelt gerecht zu werden. Dies mag zum einen auf die Verschärfung der Europäischen Naturschutzrücklinien zurückgehen, hat aber zum anderen auch viel mit dem „schlechten Gefühl“ vieler Landwirte zum vom landwirtschaftlichen Wettbewerb getriebenem Umgang mit der Natur zu tun.

 

Die Jagd wird in NRW weder tatsächlich noch faktisch abgeschafft.
Das zeigt schon ein Blick in die Jagdstatistik des Jagdjahres 2013/2014. Von 955.682 (Vorjahr: 1.197.979) erlegten Tieren hätten nach dem jetzt gültigem Gesetz der Landesjagdzeitenverordnung im Jagdjahr nur 17.800 (Vorjahr: 20.005) Tiere nicht geschossen werden dürfen:
3.406 Türkentauben, 113 Höckerschwäne, 2651 Waldschnepfen, 2.113 Blässhühner, 1.920 Möwen, 2 Graureiher und 7.595 Katzen.
Das sind gerade mal 1,9% (Vorjahr: 1,4%) der gesamten Jagdstrecke!
Ganz offensichtlich hat also der Protest der Jäger gegen das Jagdgesetz also einen anderen Hintergrund.
Wurde hier etwa versucht, die Jagd auf einen B’90-Grünen Minister zu eröffnen?

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